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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Die religiösen Bestandtheile des Mythus.

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sie psychologisch geprüft und beantwortet ist, vor dasjenige derMetaphysik gehört. Der natürliche Entstehungsort der religiösenIdeen ist aber das Völkerbewusstsein. An dieses wird sich daherauch die Psychologie zunächst um Aufschlüsse wenden müssen.

b. Die religiösen Bestandtheile des Mythus.

Auf einer je ursprünglicheren Stufe wir das Völkerbewusstseinbeobachten können, um so mehr scheint in ihm eine ähnliche Ver-mengung der religiösen Elemente mit allen andern Bestandtheilendes geistigen Lebens zu herrschen, wie eine solche auf der Stufe derwissenschaftlichen Reflexion in begrifflich abgeklärter Form diespeculative Metaphysik versucht. Der Mythus, in welchem dieseEinheit einer primitiven Weltanschauung zur Darstellung kommt,ist daher nicht unzutreffend eine ursprüngliche Metaphysik genanntworden. Kommt doch diese Verwandtschaft auch darin zum Aus-druck, dass von Plato an bis auf Schelling und Hegel die philo-sophische Metaphysik ihrerseits, sobald ihr die abstracte Form derBegriffsentwicklung nicht mehr genügte, immer wieder zu mytho-logischen Bildern ihre Zuflucht nahm. Der Berührungspunkt dieserspeculativen Versuche mit dem ursprünglichen Völkerbewusstseinliegt eben darin, dass man dort die eingetretene Scheidung der gei-stigen Lebensgebiete wieder aufheben möchte, indem man, statt be-müht zu sein die einzelnen Quellen der Erkenntniss zu einem ein-zigen Strom zu vereinigen, vielmehr zu einem Urquell zurückgehenwill, aus dem man sie alle glaubt ableiten zu können. Einen solchenUrquell hat es nur im Anfang gegeben, als die Philosophie, denandern Wissenschaften den Weg bahnend, dereinst aus dem Mythushervorging. Kein Wunder daher, dass heute noch das Streben jenenAnfang zu finden nicht selten den Suchenden selbst in die Nähedes Mythus zurückführt.

Die Mythologie eines Volkes vereinigt in sich alle Bestand-theile seiner Weltanschauung. Sie enthält Wissenschaft und Religion,sie beherrscht die häusliche Sitte ebenso wie das öffentliche Leben;und diese Gebiete sind ungeschieden, weil das Wissen noch völligaufgeht im Glauben. Die Anschauungen über den Lauf der Natur-ereignisse sind nicht minder subjective, aus psychologischen Mo-tiven entsprungene Ueberzeugungen wie die Ansichten über dieSchöpfung der Welt oder über die Schicksale des Menschen nachseinem Tode.