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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Der wirthschaftliche Yölkerverkehr.

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Viertes Capitel.

Die Menschheit.

1. Der wirthschaftliche Völkerverkehr.

Jener friedliche Verkehr, den die Bedürfnisse des Verbrauchsund des Austausches wirthschaftlicker Güter mit sich führen, reichtbekanntlich bis in die frühesten Anfänge der Geschichte zurück.Ursprünglich selbst nicht selten die Mittel der Gewalt in seine Dienstenehmend hat der Handel, in dem Masse als das Bediirfniss nach ihmals ein wechselseitiges von den Culturnationen empfunden wurde,den Wunsch zur Sicherung des Friedens immer lebendiger werdenlassen. Unter allen Factoren, welche die Entwicklung der Humanitätbeförderten, ist so der wirthschaftliche Verkehr zweifellos derjenige,der an der Aufrichtung eines internationalen Rechtszustandes amwirksamsten mitgearbeitet und auf diese Weise die Idee eines all-gemeinen Verbandes der Menschheit zu einem sittlichen Gesammt-leben vorbereitet hat.

Der materielle Verkehr selbst freilich steht auch hier nur inmittelbaren Beziehungen zu der Entwicklung des sittlichen Lebens.Er schafft ihr die nothwendigen Grundlagen durch die Sicherungund Verbesserung des plij r sischen Lebens, und er weckt mannigfacheTriebkräfte intellectueller Vervollkommnung, -welche in ihren Folgenauch der ethischen Ausbildung zu statten kommen. Eines der wirk-samsten Hülfsmittel der letzteren besteht namentlich in der höherenForm der Arbeitstheilung, welche durch den wirthscliaftliclien Ver-kehr ermöglicht wird. Indem jede Nation die Lebensbedürfnisse,die sie nicht selbst hervorbringt, zumeist unter günstigeren Be-dingungen als sie von ihr zu erzeugen wären, von aussen beziehenkann, wird es ihr möglich, sich auf die Arbeitsgebiete zu beschränken,in denen sie vermöge eigener Anlagen und äusserer Naturbedingungenam leistungsfähigsten ist.

Hierdurch tritt nun aber ein neuer Factor in diese Entwick-lung ein. Je mehr die internationale Arbeitstheilung durchgeführtwird, um so mehr wird der internationale Verkehr zu einer Noth-wendigkeit, und jede Störung desselben erscheint als eine schwereGefährdung des eigenen Daseins. Es ist unnötliig auf die mächtigen