Das geistige Gesammtleben der Menschheit.
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Moment die vorbedachte Handlung gegenüber, die den äusserenEindruck nicht mehr als ihren Bestimmungsgrund, sondern nurnoch als das Material betrachtet, auf welches sie wirken, und alsdie Bedingung, unter der sie geschehen muss. Das geistige Leben,anfangs ein Spielball äusserer Zufälle, wird so immer mehr zu einemaus inneren Motiven heraus selbstgestalteten. Das Kind wirderzogen, der Mann erzieht sich selbst, — es sei denn, dass er wegenmangelnder Eeife des Charakters zeitlebens ein Kind bleibt. Nichtanders der Geist der Geschichte. Er vereinigt zuerst zusammenhang-lose Gedanken zu einem Ganzen, indem er durch die Gunst äussererEreignisse dem einen Volk zufliessen lässt was sich das andere er-arbeitet hat, damit dann dieses mit den überkommenen Hülfsmittelneine um so reichere Cultur erringe. Auch die für die geistigen Ge-sammtzwecke angemessenste Theilung der Arbeit lässt er durch denZwang äusserer Naturbedingungen und ursprünglicher nationaler An-lagen von selbst entstehen. Aber schliesslich verwandelt sich auchhier das anfänglich wahllos Entstandene in ein bewusst Gewolltes:die Geschichte selbst geschieht nicht mehr bloss, sondern sie wirdgemacht von dem Menschen, das heisst von den Völkern und vonden Einzelnen, die an der Cultur und an den Schicksalen der Völkerarbeiten.
Das auf diese Weise allmählich entstandene und fortan wachsendeGesammtleben der Menschheit ruht nun zwar, ebenso wie das Lebendes Einzelnen, auf materiellen Grundlagen, aber es ist doch geradewegen seiner umfassenderen Natur in höherem Masse als dieses einegeistige Gemeinschaft. Die materiellen Interessen umspannen immernur die nächsten räumlichen und zeitlichen Zusammenhänge. Mögensie hier noch so sehr die Triebfedern bilden, die bei der Er-zeugung auch der geistigen Zwecke mindestens mitwirken — ingrösserer Ferne verschwinden ihre Spuren immer mehr, um die geistigenErfolge allein übrig zu lassen. Von der gesammten Cultur desAlterthums sind für uns nur die geistigen Schätze die sie geschaffenerhalten geblieben. Selbst aus der Vergangenheit unseres eigenenVolkes wirkt höchstens in direct, durch die Mittel geistiger Culturdie er gab oder versagte, der materielle Zustand früherer Zeiten nochauf die Gegenwart ein. So wird das Leben der Menschheit um somehr, je weitere Kreise es zieht, zu einem rein geistigen Ge-sammtleben.
Ein Wiederschein dieser geistigen Natur der menschlichen Ge-meinschaft ist es, dass auch der bewusste Ausdruck derselben, die