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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Der Verband der Culturstaaten.

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Staaten ausschliesslich ihren eigentlichen Zwecken zugewandt, denendes Schutzes und der Förderung der gemeinsamen Culturinteressender Völker.

Die sittlichen Vortheile dieser höchsten und freilich auch losestenForm der Culturgemeinschaft, welche die Menschheit errichtet hat,sind in ihren letzten Folgen heute kaum schon ganz zu übersehen.Die so sehr vergrösserte Möglichkeit der Beilegung von Interessen-conflicten auf friedlichem Wege ist ein nächster, an sich aber mehrnegativer als positiver Erfolg. Schwerer wiegt für das dauerndeGemeinschaftsleben der Menschheit die kräftige Förderung, die hier-durch nach allen Richtungen hin den positiven Culturzwecken, Aviesie in materiellem und geistigem Verkehr zur VerAvirklicliung ge-langen, zu Theil werden kann. Vor allen den besonderen Erfolgen,deren Aufzählung unterbleiben mag, ist hier der eine auf dashöchste zu schätzen, dass durch diese Zusammenfassung der Kräfteder Culturvölker erst ein Bewusstsein der gemeinschaftlichenmenschlichen Zwecke und Lebensgüter allgemein geworden ist, wiees früher höchstens in einzelnen Geistern ausnahmsweise entstehenkonnte. Aus einer bloss potentiellen beginnt so die Menschheitzu einer actuellen Einheit zu Averden, an die nun mit den um-fassenderen Mitteln auch umfassendere sittliche Aufgaben heran-treten.

4. Das geistige Gesammtleben der Menschheit.

Die Idee der Menschheit ist keine ursprüngliche, sonderneine allmählich entstandene, immer noch Averdende. Mit isolirtenausser jedem Zusammenhang stehenden Anfängen hat das geistigeLeben begonnen. Was ein Volk an geistigen Gütern geschaffenging von ihm selbst ungewollt auf andere über. Durch diese Mit-theilung vor der Zerstörung bewahrt wurde es das Erbtheil der neuzur Cultur berufenen Völker. So ist der Lauf der Geschichte einzusammenhängender geAvorden, nicht Aveil ein ursprüngliches geistigesGesammtleben die Menschheit beseelte, sondern Aveil sich aus einzelnenBruchstücken geistigen Lebens allmählich ein Ganzes zusammenfügte.Darum begleitet der geistige Zusammenhang, den die Geschichteaufzeigt, zunächst nicht den Lauf der Ereignisse selber, sondern erenthüllt sich überall erst dem rüdcwärts schauenden Auge.

Doch das geschichtliche Leben arbeitet unermüdlich an derUmgestaltung dieses ursprünglichen Verhältnisses. Zunächst wird