Die Vereine.
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Verbindungen kommen namentlich zwischen individuellen und so-cialen Bestrebungen einerseits und zwischen socialen und humanenanderseits vor. Einer Berufsgenossenschaft z. B. tritt der Einzelnezunächst in seinem eigenen Interesse bei, dann aber auch um imVerein der Berufsgenossen gewisse sociale Zwecke zu erreichen.Ein Wohlthätiglceitsverein verfolgt humane, aber, insofern er angewisse örtliche Verhältnisse gebunden ist und bestimmten Gemeinde-bedürfnissen zu entsprechen sucht, doch zugleich sociale Zwecke.
Mit dieser Eintheilung nach den allgemeinsten ethischen Ge-sichtspunkten durchkreuzt sich eine andere, die für die unmittelbarensittlichen Erfolge der Vereinsthätigkeit von überwiegender Bedeu-tung ist; die nach den persönlichen Lebensgebieten, inwelche die Vereinsbildung unterstützend und fördernd einzugreifensucht. Hier können wir nach den vier früher unterschiedenen Bich-tungen der persönlichen Lebensführung Besitzverbände, Be-rufsverbände, bürgerliche Vereine und Bildungsvereineunterscheiden. Die sämmtlichen Eintheilungsglieder der vorigenClassification lassen auch in dieser sich unterbringen, und zwarfallen beide zumeist kategorienweise zusammen: so verfolgen dieBesitz vereine durchweg ausschliesslich individuelle, die Berufs-vereine theils individuelle theils sociale Interessen; die bürger-lichen Vereine sind vorwiegend socialen Aufgaben zugewandt,sie können sich aber auch humane Zwecke setzen, indem z. B, Wohl-thätigkeitsvereine in der Begel in der Form bestimmter bürgerlicherVerbände, gebunden an bestimmte Gemeinde- und Staatsverhältnisseauftreten werden. Nebenbei fehlen aber auch hier die individuellenZwecke nicht: gemeinnützigen und politischen Vereinen würde meistbald die Lebensluft ausgehen, wenn diejenigen die ihnen angehöreuund besonders die sie leiten nicht für sich selbst Einfluss undbürgerliche Stellung zu erringen hofften, — ein Mitwirken egoistischerTriebfedern welches, so lange nur der allgemeine Zweck die Ober-hand behält, nicht zu missbilligen ist, das aber freilich eine nichtzu unterschätzende und darum fortwährend von Jedem an sich undAndern zu bekämpfende Gefahr solcher Vereine in sich schliesst.In alle Interessensphären greifen endlich die Bildungs vereineein, die, hier im weitesten Sinne verstanden, allen Arten geistigerInteressen, denen der Religion, Kunst und Wissenschaft, zugewandtsein können und in ihren Bestrebungen wieder individuellen, socialenund humanen Zwecken meistens neben einander dienen.