Die Gesellschaftseiassen.
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planmässig nach Verdienst geordneten Gütervertheilung das sittlicheHeil erblicken, übersehen, dass das Glück der Menschen ebensowenig wie ihr sittlicher Werth von dieser an sich den innern wieden äussern Lehensbedingungen widerstreitenden Gleichheit der so-genannten Glücksgüter abhängt. Gelänge es wirklich diese auf dieDauer annähernd gleich unter Alle zu theilen, so würde trotzdemdas Unglück nicht verschwinden, und gewisse Anlässe der Ver-schuldung würden zwar hinwegfallen, aber die Verschuldung selbstwürde nicht aufhören. Damit jedoch der Erfolg einer fortschrei-tenden Verminderung der äusseren Anlässe zu Unglück und Schuldeintrete, dazu ist allerdings eine Gesellschaftsordnung erforderlich,welche auf die Vermeidung der sittlich ungünstigen Besitzlagenund auf die aus der Uebereinstimmung der höchsten geistigen In-teressen entspringende sociale Gleichberechtigung ausgeht, währendsie zugleich die Mannigfaltigkeit der Lebens- und Berufsinteressenzur Geltung bringt, auf der nicht minder das Glück des Einzelnenwie das Wohl der Gemeinschaft beruht. Denn dieses Glück istkein äusseres sondern ein inneres: es strömt aus von jener selbst-bewussten sittlichen Tüchtigkeit, vermöge deren kein Mensch, wenner nur das was er ist recht ist, seine Persönlichkeit gegen die einesAndern hingeben möchte.
3. Die Vereine.
Die Gliederung der Gesellschaft erschöpft sich nicht in derZugehörigkeit ihrer Mitglieder zu bestimmten auf Besitz, Beruf,geistigen Interessen und sonstiger Lebensstellung beruhenden Classen,sondern eine wichtige Ergänzung dieser zum Tlieil auf überkom-menen historischen Bedingungen beruhenden Verhältnisse bildendie zahllosen aus dem freien Willen der Individuen hervorgehen-den Vereinigungen, in welchen Lebenszwecke, die der Einzelneisolirt schwieriger oder gar nicht zu verfolgen vermöchte, mit ge-meinsamen Kräften erstrebt werden. Ist auch die Zugehörigkeit zueiner Gesellschaftselasse nicht völlig dem Einfluss des individuellenWillens entzogen, so kann dieser hier doch immer erst in langerZeit eine Veränderung der durch äussere Ursachen entstandenenLebensstellung erreichen, — der Verein dagegen ist ganz und garein Product freier Wahl seiner Mitglieder. Das Vereinsleben bringtdaher in die vielleicht nie völlig zu überwindende historische Ge-