Die Gesellschaftscla.ssen.
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Handwerk kann durch intelligenten und grossartigen Betrieb geadeltwerden, und der Handarbeiter erringt sich durch Bildung und Tüch-tigkeit eine geachtete bürgerliche Stellung. So rückt allmählichdas entscheidende Gewicht auf die Seite der geistigen Bildung,wenn auch die übrigen Faetoren, namentlich insofern sie für diegeistige Bildung bestimmend sind, einen gewissen Einfluss bewahren.
Auf diese Weise bleibt als einzige überall massgebende Glie-derung der Gesellschaft die in eine höhere und in eine niedereClasse übrig, zwischen welche sich für viele Zwecke noch einemittlere einschalten lässt, die aber nur dadurch entsteht, dass diehöhere wieder in zwei Theile getrennt wird. Diese Eintheilung istunbestimmt genug, um der grossen Veränderlichkeit der Merkmale,nach denen sich heute diese Trennung richtet, und um zugleich jenenFluctuationen Raum zu lassen, vermöge deren fortwährend der Ein-zelne die Grenzen der Gesellschaftsclasse der er angehört, sei esnach oben sei es nach unten, überschreiten kann. Unterscheidetman bloss zwei Classen, so enthält die obere die Besitzenden, diein den besseren Berufsformen Beschäftigten und durch ihre bürger-liche Stellung Einflussreichen, welche zugleich geistige Interessenverfolgen; die untere Classe enthält die ganz oder fast Besitzlosen,die den niedrigeren Berufsformen obliegen, und bei denen diegeistigen Interessen zurücktreten. Trennt man aus der ersten nocheine oberste Classe, so ist dafür theils die directe Betheiligung ander Regierung massgebend, theils aber spielen äussere Momente,welche noch mit den sonst zumeist hinfällig gewordenen historischenTraditionen des Geburtsadels Zusammenhängen, eine gewisse Rolle.Die höchste Gesellschaftsclasse besteht so aus den Regierenden unddenen die mit ihnen verkehren oder verkehren können.
Es ist wahrscheinlich, dass jene Fluctuationen, welche heute schondie Grenzen der Gesellschaftsclassen in einander fliessen lassen, nament-lich aber im einzelnen Fall ein fortwährendes Auf- und Absteigen derIndividuen durch den Wettbewerb um bürgerliche Stellung und geistigeBildung herbeiführen, noch mehr zunehmen, und dass dereinst derEinzelne die Stellung die er einnimmt viel mehr noch als heute demwas er selbst ist und weniger der Lage in der er geboren ist ver-dankt, — die Gesellschaftsclassen werden damit nicht aufhören.Denn Unterschiede des Berufs, der geistigen Bildung und in Folgedessen auch der äusseren Lebensstellung werden immer existiren;wenn man sie gewaltsam abschaffen wollte, so würden die Unter-schiede der Naturanlage und der sittlichen Begabung, — es würden