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Die Gesellschaft.
jenigen Gliederungen der Gesellschaft, welche wir als Gesellschafts-classen bezeichnen.
Erst in der neueren Gesellschaft sind alle jene Factoren nebenund zum Theil unabhängig von einander zur Geltung gelangt, undes sind hauptsächlich hierdurch auch in ethischer Beziehung diesocialen Probleme schwieriger und gleichzeitig dringlicher geworden.Die Besitzverhältnisse, die ursprünglich auf das einfachste undnach einem überall leicht anzuwendenden äusseren Massstab die Ge-sellschaftsordnung bestimmten, werden nun von den beiden andernFactoren in der verschiedensten Weise durchkreuzt. EinflussreicherBeruf und ausgedehnter Besitz halten längst nicht mehr gleichenSchritt, und die geistige Bildung vollends, eines der mächtigstenFörderungsmittel auch des äusseren Einflusses, sucht fortwährendihren Träger über Seinesgleichen emporzuheben und so den Unter-schied der Classen zu einem fliessenden zu machen.
Eine Zeit lang trat diesen ausgleichenden Bestrebungen die inSitte und Rechtsordnung festgewurzelte bürgerliche Stellung nachder Geburt hindernd in den Weg. Die Scheidung der Gesellschaftin Adel und Bürgerliche und des Adels selbst wieder in einen höherenund niederen haftet anfänglich ebenfalls an Besitz- und Berufs-unterschieden. Aber nachdem zuerst der bürgerliche mit dem adeligenGrundbesitz in einen Wettkampf eingetreten, welcher die einstigenBesitzunterschiede zumeist zu Ungunsten der früheren Inhaber be-seitigt, nachdem sodann die Rechtsordnung die Rechtsvorzüge derGeburtsaristokratie im wesentlichen aufgehoben, und nachdem endlichder ausgleichende Einfluss, den Naturanlage und geistige Bildungdurch ihre zunehmende Werthschätzung ausübten, auch die letzteSchutzwehr ererbter Vorrechte, den Vorzug zu bestimmten Berufs-stellungen, fast völlig zerstört hat, sind die Einflüsse der Gehurtmehr und mehr auf jene Wirkungen eingeschränkt, welche die Lebens-stellung der Eltern und die Erziehung naturgemäss immer ausübenwerden. Zugleich bringen es aber diese Verhältnisse mit sich, dassjene Merkmale, nach denen dereinst die Gesellschaft in fest be-stimmte Classen sich gliederte, hinfällig geworden sind. Bei demBesitz ist fast nur noch die Frage, ob er ein auskömmliches Lebengewährt oder nicht, entscheidend; im übrigen können der reicheund der äusserst mässig begüterte Beamte oder Kaufmann die näm-liche sociale Stellung einnehmen. Selbst die im Beruf begründetenUnterschiede sind fliessendere geworden. Fast wird auch schon derBeruf zu dem was sein Inhaber aus ihm macht: das gewöhnlichste