Die Familie.
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keinen grösseren als jenen Einfluss auf die lebendigen Träger derZukunft, den die Familie und in ihr wieder zuvörderst die Frau zuüben berufen ist.
Bleibt die bürgerliche Stellung ein Lebensgebiet, an dem dieFrau nur indirect theilzunelnnen hat, so ist dagegen das Gebiet dergeistigen Bildung ihr zwar in anderer Weise, aber im ganzendoch nicht weniger als dem Manne erschlossen. Vor allein in jeneneinfachsten Lebensverhältnissen, wo die Arbeit des Mannes fast ganzin dem Kampf des Lebens aufgeht, und wo zugleich die religiösenAnregungen die einzigen sind, die den Einzelnen mit dem geistigenLeben der Gesammtheit Zusammenhalten, da pflegt es unter günstigenVerhältnissen vorzugsweise die Frau zu sein, von welcher die geistigeSeite des Lebens gepflegt und in der Erziehung an die kommendeGeneration als werthvollstes Erbe mitgetheilt wird. Darum bildetdas selbst von einem Hauch religiöser Verehrung getragene Pietäts-gefühl gegen die Mutter in den durch die Noth am meisten gefähr-deten Lebenslagen oft die sicherste Schutzwehr der Sittlichkeit.
Auf den höheren Bildungsstufen treten andere geistige Interessenhinzu, und insbesondere werden diese nun ein Gegenstand, dem auchder Mann, sei es in den Mussestunden seiner Berufsarbeit sei es zurUnterstützung derselben oder sogar in der Form des eigenen Berufs,nachgeht. Um so mehr kann nun aber eine der Verschiedenheitder Anlagen entsprechende Theilung der Interessen eintreten, diedoch Jedem Anregungen zuführt, die ihm sonst fremd bleiben würden.Entspricht der activen Charakteranlage und dem mannigfaltigerenpraktischen Interessenkreis des Mannes mehr die Wissenschaftoder, wo er sich sei es empfangend sei es selbstthätig der Kunstzuwendet, ein mit wissenschaftlichem Studium verbundener Betriebder letzteren, so wird für die Frau die Kunst zumeist deshalb dasHauptgebiet ihres geistigen Interesses, weil sie hier ganz empfangendsich verhalten und für ihr reicher entwickeltes Gemüthsleben diemannigfaltigsten Anregungen gewinnen kann. Daher Frauen, wennsie selbst geistig schöpferisch sind, in überwiegender Zahl der Kunstund nicht der Wissenschaft sich zuwenden, in der Kunst aber wiedermehr diejenigen Formen und Gattungen pflegen, in denen das un-mittelbare Gefühl ausströmen kann, oder wo die Schilderung derWirklichkeit ohne eine durch das Studium vermittelte Anempfindungmöglich ist. So haben, um nur das Gebiet der Poesie zu berühren,Frauen im lyrischen Gedicht und den ihm verwandten Stimmungs-formen und im psychologischen Zeitroman Vorzügliches geleistet,