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Die einzelne Persönlichkeit.
vielmehr darin, dass jedes Glied der Gemeinschaft auf der ihmerreichbaren Stufe der geistigen Güter theilhaftig werde, die diegeistige Arbeit der Menschheit im ganzen wie insbesondere innerhalbder Grenzen des eigenen Volksthums hervorgebracht und für dieFortentwicklung verfügbar gemacht hat. Indem so der Unterrichtals Grundlage der später an ihn anknüpfenden besonderen Berufs-bildung eine allgemein humane und nationale Bildung vermittelt,ist er im Stande an der Erziehung der Einzelnen zu Gliedern einersittlichen Gemeinschaft zu arbeiten. Und nur auf diesem Wegevermag er jene Uebereinstimmung geistiger Zwecke zu fördern, dieeine nothwendige Bedingung sittlicher Gleichheit ist, und gegen-über der die Unterschiede von Besitz, Beruf und bürgerlicher Stel-lung verschwinden.
Gibt es auch manche Wissensgebiete, die, wie die Philosophie,die höhere Mathematik, die Sprachwissenschaft, immer nur einemengeren Kreis sich erschlossen, so bleiben doch, ähnlich wie beider Kunst, gewisse Gegenstände, die als Träger und Hülfsmitteleines Allen gemeinsamen geistigen Interesses dienen können. KeineAhnung zu besitzen von dem Lauf der Naturereignisse in den erdoch selbst überall verstrickt ist, unkundig zu sein der bürgerlichenOrdnung der er angehört und ihres Verhältnisses zu andern Ord-nungen der menschlichen Gesellschaft, nichts zu wissen von derVorgeschichte des eigenen Volkes und der gesummten vom Lichtder Cultur beleuchteten Vergangenheit der Menschheit — dies sollteüberall als unwürdig empfunden werden eines Menschen, der über-haupt auf geistige Interessen Anspruch macht. Naturkunde,Staatslehre und Geschichte sind so die drei Gebiete, welche dieGrundlage einer wahren allgemeinen Bildung abgehen sollten.Für die höhere Stufe der durch bürgerliche Stellung und Einfluss zueiner umfassenderen Beherrschung der geistigen Hülfsmittel Berufenentreten ausserdem Philosophie, Sprachwissenschaft und Cultur-geschichte hinzu, selbstverständlich mit gleichzeitig tieferem Ein-dringen in die drei vorgenannten allgemeinsten Bildungsfächer,namentlich diejenigen unter ihnen die dem eigenen Beruf oder demdurch ihn eröffneten Gesichtskreise näher liegen. Man wird nichtleugnen können, dass wir von einem Zustande, der in dieser Be-ziehung auch nur die massigsten Erwartungen befriedigt, selbst imKreise der sogenannten Gebildeten noch ziemlich weit entfernt sind.Wie Manchen gibt es unter den Gebildeten nicht nur sondern unterden „Gelehrten“, der von der Natur nicht viel mehr weiss als was ihm