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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Die Nonnen und die sittlichen Lebensgebiete.

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diese Normen selber wieder auf das wirkliche Lehen aus dem sieentsprungen sind richtunggebend zurückzuwirken. Wo sie vor dernie rastenden Arbeit hemmender und widerstrebender Kräfte macht-los zurückweichen müssen, da erwecken sie um so unab weislich erdie Frage, wie das menschliche Leben in Gegenwart und Zukunftzu gestalten sei, damit die Zwecke, auf welche die normativen Ideenso eindringlich hinweisen, dennoch erreicht werden. Mit dieserFrage betreten wir das Gebiet der praktischen Ethik. Wie dietheoretische der Vergangenheit, so ist sie der Zukunft zugewandt.Nachdem jene aus der Entwicklungsgeschichte der sittlichen Vor-stellungen die Normen abgeleitet, die nun der ferneren Entwicklungmassgebend gegenübertreten, sucht die praktische Ethik theils dieHülfsmittel aufzufinden, die diesen Zweck am meisten zu fördernversprechen, theils die Gestaltungen zu ersehliessen, die das sittlicheLeben um der ihm immanenten sittlichen Gesetze willen im weiterenVerlaufe wahrscheinlich annehmen wird.

Die Aufgabe der gegenwärtigen Darstellung soll es nicht sein,diesen nach Inhalt und Umfang unerschöpflichen und in eine Reiheselbständiger Gebiete sich verzweigenden Gegenstand auch nur inBezug auf die wichtigsten Grundfragen ausführlich zu erörtern.Nur einige Ausblicke mögen hier im Anschlüsse an den vorange-gangenen Versuch einer Entwicklung der allgemeinen sittlichenGrundnormen gestattet sein.

Der Weg, den wir hierbei zu verfolgen haben, ist uns in derReihenfolge, in der die sittlichen Willenshandlungen in sich erwei-ternden Kreisen zur Aeusserung gelangen, von selbst vorgezeichnet.Der Ursprung alles sittlichen Strebens liegt in der einzelnenPersönlichkeit. Mit den Anlagen, die sie dem gemeinsamenSchatz der Gesammtheit der sie angehört entnimmt, und mit denKräften, die sie selbständig in sich erzeugt, sucht sie wieder aufjene zurückzuwirken. Obgleich das Individuum niemals trennbar zudenken ist von diesem Boden auf dem es entstanden, bildet es ingewissem Sinne doch eine Welt für sich. Es stellt sich selbständigsittliche Zwecke und verfügt über nur ihm eigenthümliche Hülfs-mittel zu deren Verwirklichung. Solche Hülfsmittel sind haupt-sächlich der Besitz, der Beruf, die bürgerliche Stellung,endlich die diesen äusseren Lebensgestaltungen gegenüber mehr in-nerlich thätige aber auf sie alle wieder zurückwirkende geistigeBildung.

Das nächste Lebensgebiet ist das der Gesellschaft. ObgleichW undt, Ethik. 2 . Aufl. 38