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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Die humanen Zwecke.

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dennoch die That, die ihn erstrebt, eine sittlich gleichgültige, ja eineunsittliche sein: dies geschieht dann, wenn der Zweck aus gleich-gültigen oder unreinen Motiven erstrebt wird. Es ist begreiflich,dass dieses zur Sittlichkeit nothwendige Zusammentreffen von Zweckund Motiv bei den humanen zwingender als bei den individuellenund socialen Zwecken zu Tage tritt, weil bei diesen letzteren jenesHinaufreichen der engeren in die weitere Lebenssphäre, die in demWesen der sittlichen Entwicklung begründet ist, von vornherein einengegebenen Zweck nicht als den letzten und endgültigen erscheinenlässt. Mit den humanen Zwecken ist dies anders. Jenseits ihrergibt es nichts, was der Mensch überhaupt erstreben könnte. Ebendeshalb kann aber auch alles sittliche Streben, das als solches aufäussere Wirkungen gerichtet sein muss, nur in jenen Erzeugnissengeistigen Schaffens seinen objectiven Zweck haben. Die Thatsache,dass dieser Zweck kein fest zu begrenzender ist, sondern über jedeserreichte Ziel hinaus auf weitere und höhere Ziele geht, bringt diereligiöse Anschauung zum Ausdruck, indem sie den letzten Zweckdes sittlichen Strebens als einen übersinnlichen auffasst, der aberdoch auch für sie einen sittlichen Werth erst dadurch gewinnt, dassnach ihm die Motive und Zwecke des alltäglichen Handelns sich be-stimmen sollen. Es bezeichnet nur eine unvollkommene und in ihremtiefsten Grunde selbst unsittliche Gestaltung dieses religiösen Ge-dankens der übersinnlichen letzten Zwecke aller Sittlichkeit, wenn,wie es in der religiösen Anwendung der Vergeltungsidee und inderen philosophischem Spiegelbild, dem theologischen Utilitarismusgeschieht, ein jenseits zu geniessendes Glück gleichzeitig zum Zweckund Motiv des sittlichen Handelns gemacht wird.

Wie die individuellen auf die socialen, diese auf die humanenZwecke zurückweisen, so wiederholt sich demnach bei den letzterenabermals diese Forderung nach einer Ergänzung, indem hier, wokein höheres Zweckgebiet das niedrigere in sich aufnimmt, der Zweckauf das Motiv als seine unerlässliche ethische Ergänzung hinüber-weist. Auch die höchsten humanen Zwecke werden immer erst dann zusittlichen Aufgaben, wenn die Beweggründe, aus denen sie erstrebtwerden, der nachher zu betrachtenden Stufenreihe sittlicher Motiveangehören. Aus dieser Bedingung der Harmonie zwischen Zweckund Motiv entspringen zwei wichtige Folgerungen. Erstens sindaus dem Gebiet sittlicher Zwecke von vornherein alle die auszu-scheiden, für die eine solche Harmonie deshalb unmöglich ist, weilsie mit sittlichen Motiven unvereinbar sind. Darum gibt es auch in