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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Die humanen Zwecke.

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können daher nur in der Hervorbringung geistiger Schöpfungenbestehen, an denen zwar das Binzeibewusstsein theilnimnit, derenZweckobject aber nicht der Einzelne selbst, sondern der allgemeineHeist der Menschheit ist. Das Glück bleibt ein auf das subjectiveBewusstsein wirkender Nebenerfolg jener geistigen Erzeugnisse undzugleich ein den Willen zu ihrer Erstrebung anregendes Motiv.Insofern kann es als unerlässliches Mittel zur Erreichung derZwecke, nicht aber selbst als sittlicher Zweck betrachtet werden.Wenn Kant lehrte, das Gute müsse ohne Neigung geschehen, derletzte Zweck des Sittlichen sei aber eine unvergängliche Glückselig-keit, so hat er Mittel und Zweck vollständig mit einander ver-tauscht. Der Mensch kann das Gute nur erstreben, weil es ihn be-glückt; aber das Gute selbst ist kein Glücksgut, sondern ein objectivesgeistiges Erzeugniss, dessen ihm vorangehende und nachfolgendeRückstrahlungen in das Einzelbewusstsein ihm erst den Charaktereines Gutes im gewöhnlichen Sinne, das heisst einer Glück erzeugen-den Macht, geben.

Fallen die humanen Zwecke des Sittlichen in den Bereich jenerallgemeinen zwecksetzenden Thätigkeit des Geistes, deren Grund-charakter in ihren schöpferischen Wirkungen besteht, so wird nun auchbei der Untersuchung derselben der für alles geistige Leben gültigeGesichtspunkt massgebend sein, dass überall nur die erreichteEntwicklungsstufe, niemals was von ihr ausgehend die Zukunft nochhervorbringen wird, ausser in Vermuthungen über die nächste Fort-bildung gegebener Anfänge, unserer Betrachtung zugänglich ist. Dieerreichten sittlichen Zwecke bestehen aber jeweils in der gesammtengeistigen Cultur der Gegenwart. Dass wir heute überhaupt vonhumanen Zwecken reden können, verdanken wir der verhältniss-mässig noch neuen Thatsache, dass der allgemeine menschliche Geistinsoweit seiner selbst bewusst wurde, als die Idee der Humanität imSinne eines geistigen Gesammtlebens, das sich in den geschichtlichenThaten und Erzeugnissen bethätigt, ihm aufgegangen ist. Damitist zugleich die Erkenntniss gereift, dass die allgemeinen geistigenErzeugnisse menschlicher Gemeinschaft die uns erreichbarenObjecte des Sittlichen sind. Da aber diese Objecte, ebenso wie dasmenschliche Handeln selbst, ihren Ursprung im Willen haben, undda demnach das eigenste Wesen des Sittlichen unaufhörliches, nierastendes Streben ist, so kann zugleich eine einmal erreichte sittlicheStufe niemals als bleibender Zweck betrachtet werden. Die Ver-gangenheit hat aufgehört und die Gegenwart wird im nächsten