Die individuellen Zwecke.
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Zwecken zu dienen: dies ist die Maxime, nach der wir unsere sitt-liche Beurtheilung individueller Wii/Jenszwecke einrichten. Sittlichkann nach dieser Maxime der individuelle Willenszweck immer nurdann sein, wenn er bloss nächster, nicht aber letzter Zweck ist;oder: die handelnde Persönlichkeit als solche ist niemals eigent-liches Zweckobject des Sittlichen.
3. Die socialen Zwecke.
Wenn das wahre Zweckobject des sittlichen Willens nicht unsereigenes Ich sein kann, so bietet sich zunächst die Alternative dar,dass dieser entweder auf ein anderes Ich, also auf die individuellePersönlichkeit unseres Nebenmenschen, oder auf die Gesellschaft alssolche in ihren verschiedenen Gliederungen, Staat, Gemeinde, Fa-milie, sich beziehen werde. Ist nun das eigene Ich kein letzter sitt-licher Zweck, so ist nicht einzusehen, weshalb ein anderes Ich einsolcher sein sollte. Die Erhaltung eines Einzelnen, das Glück einesEinzelnen, die Ausbildung seiner Fähigkeiten sind an und für sichan Werth vollkommen gleich, mag ich selbst oder mag ein Andererdieser Einzelne sein. Hier behauptet allenfalls sogar das eigene Ichden Vorrang, weil die Mittel sein Glück und seine Ausbildung zufördern Jedem in reicherem Masse zu Gebote stehen. Auch dieVervielfältigung der Einzelsubjecte ändert kaum etwas an dieser Sach-lage. Aus lauter Nullen lässt sich keine Grösse bilden. Wenn dasindividuelle Lustgefühl sittlich werthlos ist, so ist es auch dasLustgefühl Vieler oder Aller. Der Utilitarismus ist daher nichtsals ein erweiterter Egoismus. Er nimmt zum letzten Zweck wasimmer nur nächster Zweck oder Mittel zum Zweck sein kann. Unterdiesem Gesichtspunkt des Mittels betrachtet besitzen Förderung deseigenen wie des fremden Ich beide einen relativen sittlichen Werth,dessen Grösse nach dem Verhältniss, in dem dies Mittel zu den ei-gentlichen sittlichen Zwecken steht, sich bemessen wird. Hierauserklärt sich zugleich die Thatsache, dass in unserer Beurtheilung dieFörderung des Nächsten vor der eigenen den Vorzug erringt, so dasswir, wo beide mit einander in Confiict gerathen, nur die erstere alseine sittliche That anerkennen. Das in der Regel hervorgehobeneMotiv, dass wir von Natur schon darauf angelegt seien für unsselber zu sorgen, während selbstloses Handeln zumeist nur nach
Ueberwältigung egoistischer Beweggründe zum Sieg gelange, dürfteWundt, Ethik. 2 . Aufl. 32