Individualismus und Universalismus.
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Association und keine Reflexion begreiflich machen, wie das ursprüng-lichere und energischere Gefühl unterliegen könnte. Der psycho-logische Individualismus führt mit innerer Nothwendigkeit zumethischen Egoismus. Wenn er diesen trotzdem meist zu vermeidenweiss, so ist das nur ein Zeugniss dafür, dass auch hier die Machtder Thatsachen grösser ist als die der Theorien.
d. Der ethische Atomismus und die psychologischeSubstanztheorie.
ln nichts spiegeln sich die ethischen Anschauungen eines Zeit-alters deutlicher als in den metaphysischen Ideen, in denen esseine Gedanken über Gott, Welt und Menschheit niedergelegt hat.Je unabhängiger sich die Metaphysik von dem unmittelbaren Ein-flüsse der Erfahrung zu machen weiss, um so mehr prägen sich inihr die allgemeinen Voraussetzungen und Forderungen aus,,die derphilosophische Geist der Zeit dem wirklichen Leben entgegenbringt.Das treueste Abbild jenes ethischen Individualismus der verflossenen.Jahrhunderte ist der Cartesianische atomistische Seelenbegriff. Vonder Psychologie als unbrauchbar zurückgewiesen, wird er in derpopulären Metaphysik der Gebildeten und eklektischer Philosophenvoraussichtlich noch lange sein Dasein fristen —- ein Symptom, fürdie Metaphysik an sich von geringem Belang, aber ein augenfälligesZeugniss für die Festigkeit, mit der die ethischen Ideen der ratio-nalistischen Aufklärung noch immer in uns wurzeln. Für denSeelenatomismus mit seinen einfachen nur in äusserer und vorüber-gehender Wechselwirkung stehenden Substanzen gibt es keinengeistigen Zusammenhang, kein allgemeines geistiges Leben und keineallgemeinen geistigen Zwecke ausser solchen, die vielen zufälligzusammenlebenden Individuen gemeinsam sind. Erträglich erscheintdiese Anschauung nur, wenn man das wirkliche Leben als einevorübergehende Vorbereitung für ein besseres, zukünftiges Daseinbetrachtet. Immerhin, auch dann muss das Ziel der Vorbereitungentsprechen. In der That ist dieser ethische Egoismus so gewaltigdass er gewöhnlich in der Vereinigung der Geister das Uebel desDaseins sieht, und dass er daher die völlig freie, also völlig isolirteExistenz des Seelenatoms als den seligen Zustand preist. Es wärefolgerichtig, wenn diese Metaphysik für jede Seele ihren Separat-himmel forderte.
Eine energische, aus tiefstem religiösem Bedürfniss entsprungene