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Dei' sittliche Wille.
element in dem Masse an Intensität zu wachsen, als es selbst denCharakter des Willensantriebes gewinnt. Die minder wirksamen Motivesind daher zugleich die gefühlsarmeren: das Moment des Wollensfehlt ihnen nicht ganz, aber es ist nicht stark genug, um gegenüberandern mächtigeren Motiven zur Geltung zu kommen. Dieser Ge-sichtspunkt führt zu einigen für die Beurtheilung der Willenshand-lungen wichtigen Unterscheidungen. Wir nennen alle die Motive,welche thatsächlich zur Wirksamkeit im Wollen gelangen, die ac-tuellen, diejenigen dagegen, die als gefühlsarmere Elemente desBewusstseins unwirksam bleiben, die potentiellen. Insofern einactuelles Motiv mit der Vorstellung des Effectes der entsprechendenHandlung verbunden ist, heisst es ein Zweckmotiv. Ein solchesZweckmotiv endlich, welches den Endeffect der Handlung in derVorstellung anticipirt, heisst Hauptmotiv, im Unterschiede vonden Nebenmotiven, bei denen solche Effecte vorgestellt werden,die den Haupteffect entweder als nebensächliche Momente begleitenoder ihm vorausgehen. Werden im letzteren Fall die Nebeneffecteals Bedingungen des Endeffects der Handlung vorgestellt, soheissen sie Mittel. Solche Neben- und Mitteleffecte können nament-lich bei complexeren Willenshandlungen von nicht geringerem Ein-flüsse auf die Beschaffenheit derselben sein wie der Haupteffect selbst.Aber die ersteren können wechseln, auch wenn dieser unverändertbleibt. Zu jedem Hauptmotiv gehören darum verschiedene Combina-tionen von Nebenmotiven, und der Gesammtz weck der Handlungwird erst von der Summe aller dieser Motive bestimmt. Da jedochdie Motive immer nur einen Theil der Willenscausalität ausmachen,und da überdies äussere Momente in den Vollzug der Willenshand-lungen störend oder fördernd eingreifen können, so fällt selbstverständ-lich der Gesammteffect mit dem Gesammtzweck nicht nothwendigzusammen. Insbesondere fehlt eine solche Congruenz nothwendigda, wo überhaupt nur ein Zweckmotiv wirksam ist, und wo daherdie Unterscheidung von Hauptmotiv und Nebenmotiven hinfällig wird.Es liegen dann die sämmtlichen Nebeneffecte ausserhalb der Motivation.Eine je grössere Bedeutung dieselben gewinnen, um so leichter kannes aber geschehen, dass auch der Haupteffect durch sie beeinträchtigtoder völlig hinfällig wird. Motiv und Effect gehen dann gänzlichauseinander: der Wille erstrebt was er nicht erreicht, und erreichtwas er nicht erstrebt.