Willensmotive und Willensursachen.
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zureichen, um den Willen aus der empirischen Causalität der Ge-fühlsmotive zu lösen, so gibt es einen andern entscheidenderen Grund,der uns hindern muss in den unmittelbaren Gefühlsmotivendie wirklichen oder gar die vollständigen Causalmomente des Willenszu sehen. Dieser Grund ergibt sich gerade daraus, dass der Willenicht, wie es jene Auffassung vorspiegelt, ein den Gefühlen fremdgegenüberstehendes Ding ist, sondern dass er mit ihnen ein einzigeszusammenhängendes Geschehen ausmacht, welches nur durch eineAbstraction, die nicht einmal immer sicher die Grenzen festzustellenweiss, von ihnen getrennt wird. Sind die Gefühle, wie wir obensahen, selbst nur unentwickelte Willensregungen, so können sie auchnur insofern an der Causalität des Willens theilnehmen, als in demVerlauf eines jeden Geschehens jeder folgende Zustand den voran-gehenden als seine Bedingung voraussetzt. In dem ganzen Zu-sammenhang der causalen Willensbedingungen fallen daher die un-mittelbaren Gefühlsmotive schon weit mehr auf die Seite des Effectesals auf die der Ursache. Am meisten gilt dies von jenen ent-scheidenden Motiven, welche wirklich die Willenshandlung ihrerQualität und Richtung nach bestimmen: insofern sie der Willens-entscheidung theilweise schon vorausgehen und in dem Kampfverschiedener Motive gegen einander zu den wirksamsten Kräftengehören, bilden sie allerdings einen besonders wichtigen Theilder Willenscausalität; insofern sie aber die Handlung und sogarderen Erfolg noch begleiten, sind sie integrirende Bestandtheileder Wirkung selber. Wie die entscheidenden, so setzen übrigensalle Gefühlsmotive weitere Causalbedingungen voraus. Die Gefühleund Begehrungen sind so nur die letzten Ausläufer einer Causal-reihe, die unserer inneren Wahrnehmung immer höchst unvollständigzugänglich ist, weil sie sich schliesslich in die gesammte Vorgeschichtedes individuellen Bewusstseins und in die sämmtlichen für das letztereursprünglich bestimmenden Bedingungen zurückverliert. Jede, auchdie einfachste Willenshandlung ist auf diese Weise Endglied einerunendlichen Reihe, von der uns nur einige der letzten Glieder ge-geben sind.
Unter dem allgemeineren Ausdruck Motiv verstehen wir nunaber nicht bloss die Gefühle, die unmittelbar die Richtung undQualität der Willenshandlung der sie vorausgehen andeuten, sondernauch die an die Gefühle gebundenen Vorstellungen. ObgleichGefühl und Vorstellung an und für sich untrennbare Bestandteileeines Vorganges bilden, so pflegt doch in diesem Fall das Gefühls-