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Dei' sittliche Wille.
tischen, scheint eine solche directe Beziehung auf den ersten Blickweniger ausgeprägt; in Wahrheit aber tritt hier die Willenshandlungnur in Formen auf, in denen wir sie leichter übersehen. Der inden Anblick eines Kunstwerks versunkene Beschauer strebt die An-schauung festzuhalten, und sein Wille leistet andern ablenkendenEindrücken kräftigen Widerstand. Die intellectuelle Thätigkeit fordertdie höchste innere Willensspannung, welche durch starke Gefühls-motive des Interesses und der Befriedigung angeregt wird.
c. Willensmotive und Willensursachen.
Da das Gefühlsmotiv in unserer inneren Wahrnehmung als dasunerlässliche Antecedens der Willenshandlung auftritt, so liegt esnahe anzunehmen, die Causalität des Willens sei vollständig in dieserBeziehung zu vorausgehenden oder begleitenden Gefühlen enthalten.Schon die Ausdrücke Motiv und Beweggrund weisen auf einederartige Voraussetzung hin, die überdies in der oben beleuchtetenzersplitternden Auffassung der seelischen Thätigkeiten eine Stützefindet. Erscheint es auch nach dieser Auffassung eigentlich unbe-greiflich, wie gänzlich verschiedene Seelenkräfte auf einander wirkenkönnen, so ist diese Verlegenheit den Vertheidigern eines substantiellenWillens in der Regel um so willkommener. „Die Motive,“ so heisstes nun, „können allerdings nicht die bestimmenden Ursachendes Willens sein, denn nur gleichartige Dinge können in einer wahrencausalen Verbindung stehen. Folglich sind die Motive nur Be-dingungen, unter denen die Willensentscheidung zu Stande kommt,aber Ursache der letzteren kann nur der Wille selbst sein.“ Wirwerden dieser echt scholastischen Argumentation bei dem Problemder Willensfreiheit wiederbegegnen. Der ontologische Kunstgriff der-selben ist zu augenfällig, als dass es nöthig wäre sich lange bei ihraufzuhalten. Zuerst verwandelt man die Abstraction eines inhalt-losen und aus allen seinen realen Beziehungen gelösten Willens inein substantielles Ding, um dann zu finden, dass dieses Ding wirk-lich so leer ist wie der Begriff dem es entspricht. Da das aberdoch in allzu schreiende Widersprüche mit der Erfahrung verwickelnwürde, so lässt man schliesslich von jenen Beziehungen unter demNamen der Bedingungen gerade so viel stehen, als nöthig ist, undsondert unter dem Namen der eigentlichen Ursachen gerade so vielah, als aus sonstigen Gründen wünschenswerth scheint.
Doch wenn auch ontologische Kunststücke wie das obige nicht