Der altruistische Utilitarismus.
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ihre Voraussetzungen vermag er nicht zu beseitigen. So ger'äth erin eine unhaltbare Lage zwischen unvereinbaren Gegensätzen.Den Egoismus, auf den seine individualistische Gesellschaftstheoriehinausführt, will sein richtig geleiteter ethischer Instinct nicht geltenlassen. So wird denn nothwendig für ihn das sittliche Motiv zueinem unerklärlichen Impuls und der sittliche Zweck zu einem leerenPhantom, das doch gern für ein Ideal sich ausgeben möchte.
An der Aufgabe einer die Forderungen der sittlichen Erfahrungallseitig befriedigenden Zweckbestimmung scheitert schliesslich auchder Positivismus Auguste Comtes, der sich sonst von manchenSchwächen der Bentham’schen Utilitätsmoral, namentlich in der Auf-suchung der Motive altruistischer Neigungen, freizumachen wusste.Versucht es aber auch Comte, durch seinen Begriff der Gesellschaftdie starren Schranken des Individualismus zu überwinden, so bleibtdies Bemühen doch ein vergebliches, weil er, ähnlich wie LudwigFeuerbach, alle die Formen menschlicher Gemeinschaft, die zwischendem engsten Kreis der Familie und dem weitesten der Humanitätgelegen sind, in ihrem ethischen Werth nicht zu würdigen weiss.So erscheint denn bei ihm, ganz wie bei den revolutionären Ethikerndes vorigen Jahrhunderts, die Gesellschaft, deren Begriff bald mitdem des Staates bald mit dem der Menschheit zusammenfliesst, alseine Summe von Individuen, die sich einer die Zersplitterung derInteressen aufhebenden und dadurch das Wohl Aller förderndenLenkung untergeordnet haben. Während in Comtes erster Periodedie Verherrlichung der industriellen Cultur die von dem Utilitarismusgeübte Ausdehnung der sittlichen Zwecke auf äussere, zum Theilhöchst fragwürdige Glücksgüter noch steigert, bietet seine letztePeriode das Schauspiel eines vergeblichen Bemühens, in einer un-klaren halb nüchtern-verständigen halb mystisch-religiösen Humani-tätsschwärmerei einen Ersatz für die unbefriedigende Lehre jenerCultur zu finden.
4. Die evolutionistischen Moralsysteme.
a. Der individuelle Evolutionismus.
Das Moment der individuellen Vervollkommnung ist in ge-wissem Grade fast mit jeder ethischen Anschauung verbunden. Inden Schilderungen, die der Stoicismus und Epikureismus von denEigenschaften des Weisen geben, tritt er ebenso hervor wie in den