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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Der altruistische Utilitarismus.

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hinauslaufen:Sittlich ist was die allgemeine Verbreitung der Sitt-lichkeit fördert.

Der Utilitarier wird nun aber 'möglicher Weise nicht zugeben,dass dieser Cirkel in der Sache selbst und nicht vielmehr in derUngenauigkeit des Ausdrucks seine Quelle habe.Alle jene Güter,wird er sagen,die wir vorzugsweise als sittliche preisen, haben nurin besonders hohem Masse die Eigenschaft unser Wohlbefinden zuerhöhen. Mag auch im einzelnen Fall das Opfer des Freundes fürden Freund, der Tod fürs Vaterland den entgegengesetzten unmittel-baren Erfolg haben: unsere Empfindungen richten sich nicht nachdem einzelnen Fall, sondern nach dem allgemeinen Werth der Güter,der uns eben nur an dem besonderen Beispiel zum Bewusstseinkommt. Gegen diese Einrede liesse sich vielleicht nichts sagen,wenn nicht gerade der Utilitarismus den Werth aller Lebensgüternur in die einzelnen Freuden verlegte, die sie uns oder Andernverursachen. Der Werth des Vaterlandes z. B. besteht nach ihmallein darin, dass es allen Einzelnen die ihm angehören Unterhalt,Sicherheit und die Möglichkeit zur Erlangung aller sonstigen Lebens-freuden gewährt. Die Erinnerungen an die Vergangenheit diesesLandes, an die Kämpfe und Errungenschaften unserer Vorelternhaben ihm nur einen imaginären sittlichen Werth; denn sie sindnicht selbst Glücksgüter, sondern können höchstens insofern geschätztwerden, als unter ihnen die Vorbedingungen zu unserm heutigenWohlbefinden enthalten sein mögen. So löst sich überhaupt jedesanscheinend allgemeine Gut in eine Summe getrennter Einzelgüterauf, deren jedes in irgend einem individuellen Wohlbefinden sinn-licher oder geistiger Art besteht. Damit kommen wir aber aufeinen letzten und, wie ich glaube, bei der Beurtheilung der ethischenFrage entscheidenden Punkt.

Dass eine Summe individuell zersplitterter Glückseligkeiten, diedem einzelnen Bewusstsein immer nur als abstracter Begriff gegebenist, kein Gut sei, für das sich ein menschliches Herz zu erwärmen,und das daher auf menschliches Handeln als Motiv zu wirken ver-möge, haben wir vorhin behauptet. Aber da nach manchen Moral-philosophen eine sittliche Handlung um so verdienstlicher ist, jeweniger wir mit unserer Neigung dabei sind, so bildet das vielleichtkeine allgemein entscheidende Instanz. Doch mit nicht geringeremRechte kann man fragen: ist denn eine solche Summe zerstreuterindividueller Glücksempfindungen ein Zweck, dessen objectiver Werthgross genug ist, um die Opfer zu lohnen, die das Sittengesetz von