Der altruistische Utilitarismus.
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sind die Motive unserer Handlungen Gefühle; über ihre Zweckeaber können wir uns, sofern alle geistigen Zwecke Bestandtheileeiner vernunftgemässen Entwicklung sind, nur auf dem Wege derReflexion Rechenschaft geben. Hier wird gefordert, Motiv derHandlung sei jedesmal der grösstmögliche Nutzen aller, der aufandere Weise als auf dem Weg einer ziemlich verwickelten Reflexionunmöglich unserem Bewusstsein zugänglich sein kann; als Zweckaber wird das Wohlbefinden einer möglichst grossen Zahl vonMenschen bezeichnet, also eine Summe von Lustgefühlen. Nun istes sehr zweifelhaft, ob Reflexion ohne Gefühlsmotive jemals unsereHandlungen zu bestimmen vermag. Man könnte jedoch immerhinannehmen, das Gefühlsmotiv liege in diesem Fall in einer subjec-tiven Anticipation der durch unsere Handlungen in Andern erwecktenLustgefühle. Gewiss soll nun nicht geleugnet werden, dass nichtbloss unsere eigene künftige Lust in dieser Weise anticipirt alsMotiv wirksam werden kann. Nimmermehr aber ist einzusehen,auf welche Weise ein Collectivgefühl, wie es hier erforderlich wäre,entstehen soll. Die „Maximation der Glückseligkeit“ wird immernur ein Resultat der Reflexion sein können; als effectives Motivwird sie sich stets in ein individuelles Gefühl umwandeln müssen.Der einzige Ausweg bleibt also, dass man sich zunächst der Gefühls-moral anschliesst, dann aber eine Correctur der wohlwollenden undegoistischen Regungen durch die Vernunft verlangt, wonach unsereEntschliessungen jedesmal so erfolgen sollen, dass das Maximumextensiver Glückseligkeit möglichst erreicht werde. Nun ist klar,dass ein derartiges Vernunftmotiv nur dann geeignet ist zu Hand-lungen anzuspornen, wenn es sich seinerseits mit Gefühlen vonzureichender Stärke verbindet. Wie jedoch das Streben einer mög-lichst gleichen Vertheilung relativen Wohlbefindens in der Gesammt-lieit der jetzt lebenden Menschen die viel näher liegenden Triebedes Egoismus und individuellen Wohlwollens besiegen soll, ist nichteinzusehen. Niemand wird bestreiten, dass es allgemeine Motivegibt, die den Menschen veranlassen können humanen Zwecken sichund seine Nächsten zu opfern. Aber dass der Calcül des extensivenGlücksmaximums einen solchen Zauber jemals ausgeübt hat oderausüben wird, ist wenig wahrscheinlich. Man müsste hier, wie esin der That bei Bentham geschehen ist, die Annahme eines Hel-vetius erneuern, dass alle sittlichen Motive ursprünglich auf Täu-schung Anderer oder auf Selbsttäuschung beruhen, und dann all-mählich erst, nachdem sich ihr nützlicher Effect herausgestellt habe,