Herbarts praktische Philosophie.
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Abgesehen von der besonderen Färbung, welche diese Gedanken durchden metaphysischen und ethischen Realismus des Philosophen em-pfangen, erscheinen sie von Hegels Anschauung, nach welcher überallin Gesellschaft, Staat und Geschichte die Einzelwillen die Trägerund Vollbringer eines Gesammtwillens sind, nicht allzu weit ent-fernt. Und noch in einer andern Beziehung, in der sich der Zu-sammenhang mit der Richtung der Zeit verräth, tragen beide Welt-anschauungen ein übereinstimmendes Gepräge: auch über Herbartspraktische Philosophie ist eine beschauliche, dem Kampf und derLeidenschaft weit entrückte Stimmung ausgebreitet. Hatte Hegeldie Wirklichkeit selbst in die Sphäre des ewig Vernünftigen erhoben,so scheinen aber Herbarts abstracte Formen in einer jenseits dersittlichen Kräfte des wirklichen Lebens gelegenen Welt zu schweben.
b. Der deutsche Naturalismus und Materialismus.
In Herbart hatte der speculative Idealismus ein realistischesGegenstück gefunden, das, wie es gleichzeitig mit ihm entstanden,so auch in der speculativen Grundrichtung und in andern von derStimmung der Zeit abhängigen Eigenschaften ihm verwandt war.Tiefer greifend und entscheidender aber war eine Gegenströmung,die allmählich aus jenem Idealismus selber hervorging: die derjung hege l’s chen Schule und der ihr verwandten Vertreter desNaturalismus und Materialismus. Der geistig bedeutendsteVertreter dieser Gegenströmung ist Ludwig Feuerbach. VonHegel ausgegangen hat er sich allmählich in einen erbitterten Gegnerder Methode wie der Grundanschauungen des Meisters umgewandelt,und er ist so der hervorragendste Führer der mächtig heranwachsendenOpposition gegen die speculative Philosophie überhaupt geworden,derjenige zugleich der auf dem Gebiete der Ethik dem neuerendeutschen Materialismus seine eigenthümliche, im Vergleich mit demfranzösischen und englischen früherer Zeit idealere Richtung ge-geben hat.
Schon darin wirkt der geschichtliche Zusammenhang mit denvorangegangenen Systemen bei Feuerbach nach, dass die Religions-philosophie das Centrum seiner Weltanschauung ist. Fast erinnerter darin an Krause. Aber hatte dieser die ganze Philosophie inTheosophie verwandelt, so führt Feuerbach alle Metaphysik, Psycho-logie und Ethik auf eine versteckte Theologie zurück, um dann alsden allein wahren Kern der letzteren die Anthropologie nach-