Leibniz.
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getreten; denn Kant, der diesen utilitarischen Eudämonismus derdeutschen Aufklärungsphilosophie bekämpfte, war darauf bedachtzuvor derselben alle die metaphysischen Stützen zu entziehen, dieseit Descartes und Leibniz dem Rationalismus als unantastbar ge-golten hatten. Mit der seitherigen Metaphysik zerstörte so Kantzugleich die seitherige metaphysische Ethik und eröffnete damit derfolgenden Entwicklung neue Bahnen. Diese Entwicklung, die bisin unsere Zeit herabreicht, spaltet sich wieder in zwei Strömungen,die durchaus den beiden vorangegangenen verwandt sind. Kantselbst, aus dem Rationalismus hervorgegangen, eröffnet die Ethikdes neueren speculativen Idealismus. Dieser idealistischen stelltsich aber eine realistische Ethik gegenüber, welche in Englandan die vorangegangene Moralphilosophie theils der Locke’schen theilsder schottischen Schule anknüpft, und in Deutschland und Frankreichverschiedene selbständige Versuche macht, die erst in neuester Zeitden verwandten Bestrebungen der englischen Philosophen sich zunähern begonnen haben.
3. Die Ethik Kants und des speculativen Idealismus.
a. Kant.
Wenn man, von demjenigen Werke Kants ausgehend in welchemman heute seine wichtigste Leistung erblickt, von der „Kritik derreinen Vernunft“, die weitere Entwicklung der kritischen Philosophieverfolgt, so erscheint der neue Aufbau der Erkenntnisstheorie, dieEinschränkung der Erkenntniss auf die Erfahrung und die damitverbundene Zerstörung der bisherigen transcendenten Metaphysikso sehr als die Hauptsache, dass man geneigt ist die späteren ethi-schen Arbeiten Kants als Ergänzungen von verhältnissmässig unter-geordneter Bedeutung zu betrachten. Dennoch sind schon in denersten kritischen Schriften Andeutungen genug vorhanden, diebeweisen, dass in den Augen des Philosophen selbst das Werth-verhältniss dieser Theile seiner Philosophie als ein ganz andereserschien. Allerdings hatten sich ihm frühe schon die Schwächender Wolff’schen Metaphysik, seiner rationalen Ontologie, Psychologieund Theologie aufgedrängt; aber um so nöthiger erschien es ihm,nun für die Ethik andere Grundlagen zu suchen, welche den Zweifeln,denen die metaphysische Moral und Religionsphilosophie begegnete,nicht mehr ausgesetzt seien. So ist denn schon sein kritisches