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Die antike Ethik.
ist ein wirkliches Förderungsmittel der Glückseligkeit, die nicht vonSchmerzen begleitet oder gefolgt ist. Die sinnliche Lust, die immerdiese Gefahr in sich birgt, steht ihnen daher weit unter der geistigenLust, die von ihr vollkommen frei ist. Ihre an Demokrit sich an-lehnende materialistische Weltanschauung scheint aber freilich denUnterschied zwischen sinnlicher und geistiger Lust häufig nur alseinen Gradunterschied zu betrachten, indem ihnen die letztere vor-nehmlich in den Erinnerungen besteht, die vorangegangene sinnlicheGenüsse zurücklassen. Doch war hier ein weiter Spielraum von An-schauungen möglich, innerhalb dessen sich in der That, namentlichin späterer Zeit, die Anhänger der Epikureischen Lehre bewegten.Während Einzelne vornehmlich in der sinnlichen Lust die Quelleder Glückseligkeit erblickten, legten Andere, in der Weise, wie esEpikur selbst gethan, einen grösseren Werth auf die Pflege derFreundschaft und die geistigen Genüsse, die der Verkehr mit Gleich-gesinnten mit sich bringt, und betonten endlich noch Andere so starkdas rein negative Moment der Schmerzlosigkeit, dass das Bild desEpikureischen Weisen, das sie entwarfen, wenig mehr von demstoischen Ideal verschieden war.
4. Uebergang in die christliche Ethik.
In diesen vermittelnden Richtungen bereitet ein Eklekticismussich vor, der zum Theil schon in Griechenland selbst, namentlichausgehend von den Schulen der Akademiker und Peripatetiker, dannaber besonders in Rom zur Herrschaft gelangte. In der Moral,auf welche meist das Hauptgewicht gelegt wurde, schlossen dieseEklektiker bald mehr dem Epikur, bald mehr der Stoa sich an.Während aber diese Reste der hellenischen Philosophie vergebenssich abmühten, für die allmählich verloren gehenden religiösen Ueber-zeugungen einen Ersatz zu bieten, erhielt das philosophische Denkeneinen neuen und mächtigen Anstoss durch die Einflüsse, die derOrient auf das Abendland auszuüben begann, und die zum grösstenTheil aus religiösen Motiven entsprangen. Diese Ueberführung derphilosophischen in eine theosophische Ethik wird durch die neu-platonischen Richtungen vermittelt, die während mehrerer Jahr-hunderte in Alexandrien ihren Mittelpunkt haben.
Auch diese Ausklänge der antiken Philosophie verfolgen ineinem gewissen Sinne eine eklektische Tendenz. Sie verbinden