Die Vervollkommnung der Verkehrsmittel. 255
lieit, welche eine nun grossentheils hinter uns liegende Cultureut-wicklung mit sich führte, die Sclaverei und die Leibeigenschaft, vorallen Dingen dem Machtgebot der sittlichen Pflicht gewichen.
d. Die Vervollkommnung der Verkehrsmittel.
Zwischen der technischen Verbesserung der Hülfsmittel desDaseins und der Veredlung desselben durch die geistige Culturnimmt der Verkehr eine mittlere Stellung ein. Er selbst beruhtganz und gar auf der Anwendung bestimmter technischer Hülfs-mittel. Ein Verkehr, der über die engsten und vorübergehendstenBeziehungen hinausging, hat sich erst mittelst des Wagens und derSchifffahrt zu entwickeln begonnen. Das Zeitalter des Dampfes undder Elektricität aber nähert sich mit raschen Schritten dem Ziel, wodie auf unserer Erde vorhandenen Entfernungen kein erheblichesHinderniss für ihre Durchmessung mehr abgeben, und wo alle Theileder dem Einflüsse der Cultur unterworfenen Menschheit in einemununterbrochenen geistigen Zusammenhänge mit einander stehen.
Auch hier hat sich das Hülfsmittel den Zweck erst ge-schaffen. Noch als die ersten schüchternen Versuche mit den neuenHülfsmitteln des Verkehrs gemacht wurden, bewegten sich bekanntlichdie Vorstellungen über ihre Tragweite in den engen Grenzen derfrüheren Erfahrung. Das Hülfsmittel hat aber hier nicht nur unge-ahnt und fast ungewollt den Zweck geschaffen, sondern es hat auchimmer mehr die Hindernisse beseitigt, die ältere Lebensgewohnheitenund internationale Rechtszustände demselben bereiteten. In diesemWechselspiel der Erfolge hat sich der Verkehr selbst wieder als einHülfsmittel erwiesen, das neue, ungeahnte und in der Regel erstkurz vor ihrem Eintritt mit Bewusstsein gewollte Erfolge herbei-führte. Wir sind noch heute mitten in dieser durch den schnellwachsenden Verkehr entstandenen socialen und internationalen Um-wälzung begriffen und vermögen daher deren letzte Erfolge nicht zuübersehen. Nur zwei Ergebnisse, die zugleich eine theilweise Aus-gleichung mancher Uebelstände enthalten, welche die Vervollkomm-nung der mechanischen Technik begleiteten, sind nicht zu verkennen.Das eine besteht in der Erweiterung des wirthschaftlichen Güter-verkehrs, wodurch partielle Nothlagen immer leichter ausgeglichenund namentlich diejenigen Existenzen, die von ihrer Arbeit lebendder Gunst und Ungunst wirthschaftlicher Verhältnisse am meistenausgesetzt sind, vor verderblichen Schwankungen ihrer Lebenslage ge-