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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Die Kleidung.

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nach aussen zu wandern und dann so bereichert wieder zu demWohnhaus zurückzukehren. Nur auf jenen niederen Stufen desLebens, wo verschwundene Cultformen am längsten als überlebteBräuche sich forterhalten, bewahrt auch der Schmuck des Hausesin allem Wandel der Zeiten fast unverändert seine ursprünglicheGestalt.

c. Die Kleidung.

Haben Wohnung und Nahrung aus der Noth des Daseinsihren Ursprung genommen, um erst allmählich dem Streben nachVerschönerung des Lebens dienstbar zu werden, so hat einen davonetwas abweichenden Gang die Entwicklung der Kleidung genom-men. Sie zeigt von Anfang an zwei Ausgangspunkte. In einemrauheren Klima bedarf der Mensch dringend der Körperbedeckung.Sie ist ihm so nothwendig wie das Obdach. Aber unter den Tropenist die Kleidung entbehrlich. Nur die Bedeckung gewisser Körper-theile wird, mit ganz seltenen Ausnahmen, durch die Scham ge-boten, ein dem Menschen specifisch eigenthümliches Gefühl, welchesmit den nachher zu besprechenden Formen des gesitteten Benehmensin unmittelbarer Beziehung steht. Je mehr aber die Kleidung ent-behrt werden kann und wirklich entbehrt wird, um so mehr machtdas Streben sich geltend den Körper selber zu schmücken. Darinhegt einer der bezeichnendsten Unterschiede zwischen dem Natur-und Culturmenschen, dass der eine direct, der andere nur in-direct, durch die Kleidung, seinen Körper zu schmücken sucht.Der vornehme Fidschi-Insulaner zeichnet durch reichere Tattuirungder Haut, durch seltsameren und complicirteren Haarwuchs sich aus;der vornehme Europäer unterscheidet sich von dem geringen Hin-durch die Kleider die er trägt, und auch dieses Merkmal beginntvor dem Streben nach Gleichheit allmählich zu schwinden. Hochund Niedrig, Reich und Arm unterscheiden sich schon heute, nament-lich in der nivellirenden Fluth des städtischen Lebens, nicht mehrdurch die Art sondern höchstens durch die Güte der Kleidung.

Die Hiilfsmittel, welche der Wilde zum Schmuck seines Kör-pers verwendet, bestehen, abgesehen von Ringen und Stäben mitdenen er Ohren und Nasen durchbohrt, hauptsächlich in der Tat-tuirung, der Bemalung des Körpers, in complicirten Haartrachten,im Abschleifen der Zähne, endlich in der künstlichen Deformationeinzelner Körpertheile wie des Schädels bei manchen Indianervölkern,