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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Der Heroencultus.

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Elemente, die an Äie Uebermenscliliclikeit der Göttererscheinungengeknüpft waren, seine volle Bedeutung. Man könnte sagen: dieNaturmythologie hat diesen Gedanken eigentlich nur insofern zuentwickeln vermocht, als bei ihr die Götter selbst schon im Begriffe-stelien, in Heroen überzugehen. So tritt denn auch erst in derHeroensage das Streben ethischer Idealisirung in so greifbarerWeise hervor, dass schon im Alterthum vielfach die Philosophie sichdesselben bemächtigen konnte, um mit bewusster Absicht das Bilddes Heroen und seiner Thaten bald zur allgemeinen Versinnlichungeines sittlichen Ideals, bald zur Einprägung einzelner moralischerLehren zu benutzen. Während die Philosophen die Naturgötterwegen der unsittlichen Ausschmückungen bekämpften, mit denensie die dichterische Phantasie versehen, billigten sie unter Umstän-den den Heroencultus als ein wirksames Mittel sittlicher Nach-eiferung, gewiss ein sprechendes Zeugniss ebensowohl für die längereLebensfähigkeit dieser mythologischen Form, wie für ihren ethischenWerth.

Vor allen an der Hauptgestalt der griechischen Heroensage,an Herakles, treten diese Eigenschaften klar hervor. Wie in ihmverschiedene landschaftliche Gottheiten und allmählich sogar fremd-ländische mythische Elemente zusammengeflossen sind, so hateigentlich der hellenische Nationalgeist an jedem Ort und zu jederZeit aüs diesem Urbild eines Helden das gemacht, .was ihm jeweilsgross und bewundernswerth erschien. Damit verbindet sich nament-lich ein -wahrscheinlich dem Naturmythus entstammender, dannaber ethisch besonders bedeutsam gewordener Zug: Herakles ist derarbeitende, leidende, durch Mühen und Verfolgungen gequälte, dochin allem Missgeschick muthig ausharrende Held, dessen Tugendschliesslich durch seine Erhebung unter die Götter belohnt wird.So spiegelt sich in dem Heraklesmythus eine das Leben und seineAufgaben ernst nehmende, aber im ganzen heitere und hoffnungs-freudige Lebensanschauung. Herakles ist nicht ein Mühseliger undBeladener, der unter der ihm auferlegten Last ohne göttliche Hülfezusammenbricht, sondern ein Gewaltiger, der sich selbst hilft durchseine Stärke und Ausdauer. Dazu ist dieses Lebensbild reich genug,dass jede Zeit und beinahe auch jede ethische Bichtung ihr ent-nehmen oder in sie hineinlegen kann, was ihr selbst als Ideal er-scheint. Wie die Athleten der Gymnasien und die Wettkämpferin Olympia in ihm, dem Vorbild männlicher Kraft und allesbezwingen-der Stärke, ihren Schutzheros verehren, so gilt er den Sophisten,