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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Die Religion und die Sittlichkeit.

bezeichnen wir als Naturmythologie, sondern nur solche, beidenen die Naturanschauung selbst für die Gestaltungder mythischen Ideen bestimmend geworden ist. Darumgehört der Fetischismus nicht zur Naturmythologie; denn bei ihmliegt das ursprüngliche Motiv stets in dem Schicksalsgedanken, unddie Verkörperung geistiger und dämonischer Kräfte in äusserenGegenständen ist erst eine Folgeerscheinung, bei der die Naturbe-schaffenheit des zauberhaft wirkenden Objectes eine nebensächlicheBedeutung besitzt. Das nämliche gilt von der theils mit dem Almen-cultus und den Seelen Wanderungsideen theils mit dem Fetischismuszusammenhängenden Thierverehrung, bei der zwar der Charakterder Thiere einen grösseren Einfluss gewinnt, wo aber die Eigen-thümlichkeit des ganzen Gedankenkreises doch nicht in ihmsondern wiederum in den Vorstellungen liegt, die sich auf das zu-künftige Geschick, namentlich auf das Lehen nach dem Tode be-ziehen. Der Naturmythus in dem so begrenzten Sinne hat nunstets zu seinen Objecten die grossen, der unmittelbaren Berührung-unerreichbaren oder wenigstens in ihrem ganzen Zusammenhangvon der sinnlichen Wahrnehmung niemals ganz zu umfassendenNaturerscheinungen: den Himmel, die Gestirne, die Wolken, Blitzund Donner, den Regen, die Erde, das Meer, die Flüsse, die Berge.Hier vor allem bildet die personificirende Apperception den Aus-gangspunkt der Mythenentwickelung. Die Bewegung und derWechsel der Naturerscheinungen kommen der Vorstellung, dass dieGegenstände belebt und beseelt seien, auf das wirksamste entgegen,während zugleich die Grösse und Macht der Erscheinungen Staunenund Furcht erwecken. Darum ist der Naturmythus zwar der Vor-läufer späterer naturphilosophischer Anschauungen; mit dem Ver-such einer Art primitiver Natur er klärung verbinden sich aber inihm religiöse und ethische Motive, die in jenen Gefühlen desStaunens und der Furcht ihre Quelle haben und schon frühe derAnlass werden, dass mit der mythologischen NaturanschauungGedanken an das künftige Schicksal in Leben und Tod sich ver-binden.

In der ältesten Gestaltung des Naturmythus scheinen zumeistdie Naturobjecte selbst Wesen von übermenschlicher Macht zu sein:der Blitz ist eine zuckende Schlange, die Sonne eine strahlendeGottheit, die Morgen- und Abendwolken sind röthliche Kühe, dieGewitterwolken kimmelstürmende Riesen u. s. w. Es ist begreif-lich, das auf dieser Stufe die Bedeutung des sittlichen Ideals hinter