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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Die Methoden der Ethik.

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die ethischen zugestehen, da es auf beiden Gebieten keine Formohne einen Inhalt geben kann, so dass hier wie dort die abstractenNormen nur Erzeugnisse des Denkens sind, die sich in Folge derWechselwirkung desselben mit einem mannigfaltigen Erfahrungs-inhalt entwickeln. Für die Logik wie für die Ethik gilt dahergleicher Weise der Satz, dass die Gesetze, die unsere Auffassungder Objecte beherrschen, immer auch Gesetze der Objecte selbst sind,und dass die realen Beziehungen der Dinge nothwendig als überein-stimmend mit den Principien unserer Ordnung und Verbindung der-selben vorausgesetzt werden müssen. Doch niemals kann dieseUebereinstimmung als eine der thatsächlichen Wechselwirkung desDenkens und der Erfahrung vorausgehende angenommen werden,sondern sie kann immer nur in dieser Wechselwirkung selbst sichbethätigen. So wenig es Erfahrungsgegenstände gibt ohne eindenkendes Subject, ebensowenig ist das letztere ohne die ersterenmöglich.

Abgesehen von dieser allgemeinen Verwandtschaft begegnen nunaber Logik und Ethik sehr verschiedenen Bedingungen ihrer Ent-wicklung. Die Objecte, deren die Denkgesetze zu ihren allgemeinstenBethätigungen bedürfen, sind eminent einfacher Natur; diese Ge-setze selbst beziehen sich auf die einfachsten Beziehungen der An-schauung, welche an jedem beliebigen Anschauungsinhalte unmittel-bar uns entgegentreten. Die ethischen Gesetze dagegen führenmitten hinein in die verwickelten Verkettungen äusserer Willens-handlungen. Während die logischen Grundsätze der Identität unddes Widerspruchs oder die ihnen entsprechenden einzelnen Verhält-nisse der völligen und theilweisen Deckung der Begriffe, der Unter-ordnung und Abhängigkeit überall, wo wir den Objecten denkendgegenübertreten, sich in zwingenden Anwendungen verwirklicht zeigen,setzen auch die primitivsten sittlichen Urtheile complexe Motive desWillens voraus, die ebensowohl mit den individuellen Eigenschaftendes Bewusstseins wie mit den Bedingungen, welche das gemeinsameLeben der Menschen mit sich führt, in Beziehung stehen. Sonahe unter diesen Umständen der Logik die Annahme lag, dass dieDenkgesetze ein ursprünglicher, aller Erfahrung vorausgehenderBesitz des Geistes seien, der nur in seinen verwickelteren Bethäti-gungen und Entfaltungen dem Einflüsse äusserer Anregungen unter-worfen sei: der Ethik an sich wäre eine solche Voraussetzung sicher-lich so ferne wie möglich geblieben. Aber der auch für sie mass-gebende Begriff der Norm unterwarf sie um so mehr der nämlichen