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Einleitung.
So Ile ns. Für die Ethik liegen die Motive desselben unmittelbarin den Gegenständen ihrer Betrachtung; der Logik entspringter erst, wenn das Verfahren, das sie selbst bei der Untersuchungder Gegenstände anwendet, unter den Gesichtspunkt eines der Werth -beurtheilung unterworfenen, also ethischen Handelns tritt. So istdas Sittliche die letzte Quelle des Normbegriffs, und die Ethikist die ursprüngliche Normwissenschaft. Von ihr aushat sich der Normbegriff auf zwei Wegen über alle Theile desmenschlichen Wissens ausgebreitet. Auf dem einen, seinem ursprüng-lichen Bereich näher gelegenen, hat er die Gebiete sich unterworfen,die, wie vor allen die Logik, in ihrer subjectiven Entstehungsweiseaus Willkürhandlungen den sittlichen Thatsachen verwandt sind.Auf dem andern, weiter abführenden, hat er sich in jenen Begriffeiner überall waltenden Gesetzmässigkeit umgewandelt, den unserDenken auf alle ihm in äusserer oder innerer Erfahrung gegebenenGegenstände anwendet. Es ist leicht zu sehen, dass die erste dieserUmgestaltungen die zweite vorbereiten musste. Denn in der For-derung einer allgemeinen Gesetzmässigkeit des Seins überträgt unserlogisches Denken seinen eigenen normativen Charakter auf seineGegenstände. Nun würde sich zwar der normative Charakter deslogischen Denkens niemals ohne die entsprechende Constanz undGesetzmässigkeit der Objecte entwickeln können. Aber da diesefür uns erst vorhanden ist, wenn sie von unserem Denken erfasstwird, so bleibt in der Reihenfolge der Bedingungen dem letzterenebenso der Vorrang, wie es seinerseits wieder dem ethischen Norm-begriffe sich unterordnet.
2. Die Methoden der Ethik.
Die frühzeitig ■ eingetretene Erkenntniss des normativen Cha-rakters der Ethik hat auf die Entwicklung ihrer Methoden nichtgünstig eingewirkt. Denn es wurde dadurch die Voraussetzung nahegelegt, dass sie auch hinsichtlich des Ursprungs und der Anwendungihrer Principien der normativen Erkenntnisswissenschaft, der Logik,verwandt sei. Mochte immerhin diese Voraussetzung an sich keinenIrrthum enthalten, so führte sie doch in Folge der über das Wesender logischen Normen geltenden Anschauungen auf Abwege, dieauf ethischem Gebiet ungleich tiefer greifende Folgen herbeiführten.
Im Princip nämlich wird eine unbefangene Betrachtung aller-dings für die logischen Gesetze keine andern Bedingungen als für