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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Die psychologische Entwicklung des Mythus.

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Schmuck ist. .Sollen wir annehmen, L fragt Herbert Spencer, „derprimitive Mensch sei weniger intelligent gewesen als die Säugethiere,Vögel, Reptilien und Insecten, da diese Tliiere doch das Lebendevom Nichtlebenden in der Regel zu unterscheiden wissen?" Undgleichwohl muss auch er zugebeii, dass dieses Herabsteigen unterdie Stufe des Thieres irgend einmal stattgefunden habe, da derNaturmythus denn doch irgend einmal entstanden ist. Ob die Vor-stellung, die Seele eines Ahnen habe sich die Sonne zum Sitz aus-erkoren , oder die andere, ein übermenschlicher Gott sei in dieserHimmelserscheinung verkörpert, auch intellectuell die höherstehendesei. das bleibe dahingestellt. Nicht zu bezweifeln aber ist es, dassdie zweite Vorstellung die phantasievollere ist. Wenn sich dieThiere die Sterne, Flüsse und Berge nicht als lebende Wesen denken,so liegt der Grund sicherlich darin, dass sie überhaupt über dieseDinge nicht naclrdenken. Auch scheint die Tlratsache, dass derintelligente Haushund gelegentlich den Mond, einen Felsen odereine hervorsprudelnde Quelle anbellt, dem rationalistischen Philo-sophen merkwürdiger Weise entgangen zu sein. Oder sollte etwaauch der Hund in diesen Naturerscheinungen die Seele eines Ahnenvermuthen? Und dürfte nicht die Annahme viel wahrscheinlichersein, dass ihm dieselben sei es wegen der Bewegung, die er anihnen wahrnimmt. sei es wegen ihrer ungewohnten Gestalt alsfurchterregende lebende Wesen erscheinen? Wenn bei dem Kindedas phantastische Spiel der Vorstellungen zumeist nicht den grossenund gewaltigen Naturerscheinungen, sondern den Objecten seinernächsten Umgebung sich zuwendet, und wenn bei ihm überhauptdie phantasievolle Belebung der Gegenstände meist nur ein Spielbleibt, so ist das bei der Verschiedenheit der Bedingungen, unterdenen es sich befindet, begreiflich genug. Das Kind hat einigeEigenschaften mit dem primitiven Menschen gemein, aber es istweder selbst ein solcher, noch lebt es unter den nämlichen äusserenEinwirkungen wie er. Wie daher das Kind eine Sprache höchstensin einigen spurweisen Anfängen erschaffen kann, so wird auch jenephantastische Auffassung der Wirklichkeit, aus welcher der Mythusentspringt, kaum anders als in der Anlage und Richtung seinerPhaxitasietliätigkeit sich verrathen können.

Dass alle jene Versuche die mythologischen Erscheinungen aufeinen Ursprung zurückzuführen mit der Erfahrung, die sich ankein System bindet, in Widerspruch gerathen, bedarf kaum dernäheren Ausführung. Aber bemex*kenswerth ist es doch, da