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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Die Allgemeingültigkeit der sittlichen Vorstellungen.

Feststellung nämlich, was man überhaupt unter Religion zu ver-stehen habe. Gerade hier sind aber nicht weniger als drei Grundan-schauungen-aufgetreten; sie dürften zugleich, wenn man noch dieverschiedenen Abstufungen, in denen jede von ihnen vorkommt, inRücksicht zieht, im wesentlichen die Summe aller Meinungen ent-halten, die überhaupt über den Gegenstand möglich sind. Wirkönnen dieselben als die autonome, die metaphysische unddie ethische Theorie bezeichnen.

Die autonome Theorie, die, in den Anschauungen eines;Hamann und Jacobi bereits deutlich vorgebildet, hauptsächlichdurch Schleiermacher ausgeführt worden ist, nimmt das Reli-giöse als ein Gebiet für sich in Anspruch, ausserhalb des Meta-physischen und des Ethischen. Während die Metaphysik die theo-retische Erkenntniss der endlichen Dinge, die Ethik die Verhältnissedes empirischen Handelns zum Gegenstände hat, ist die Religionunmittelbares Bewusstsein von dem allgemeinen Sein alles End-lichen im Unendlichen, alles. Zeitlichen im Ewigen, oder, wieSchleiermacher später es ausdrückte, sie istGefühl der sclilecht-hinigen Abhängigkeit *).

Der metaphysischen Theorie fällt die Religion mit derspeculativen Erkenntniss des Universums zusammen, mag sie nundiese als ein dem menschlichen Denken auf begrifflichem Wegevermitteltes Wissen ansehen, wie der ältere Rationalismus, odermag sie das Religiöse in der dialektischen Entwicklung des abso-luten Geistes verflüssigen, wie der neuere speculative Idealismus.Auf alle diese Schattirungen passt Hegels Definition der Religion,sie seiWissen des endlichen Geistes von seinem Wesen als abso-luter Geist **), ein Begriff, der geflissentlich darauf ausgeht denUnterschied von Religion und Philosophie aufzuheben oder als einenunwesentlichen und bloss äusserlichen erscheinen zu lassen. Merk-würdigerweise trifft nun in Bezug auf diese Gleichsetzung die ex-tremste unter den antimetaphysischen Richtungen gerade mit denverwegensten Gestaltungen der metaphysischen Theorie zusammen.Auch Auguste Comte z. B. lehrt in der Einleitung zu seinerposi-tiven Philosophie die Einerleiheit von Religion und Metaphysik,und er lässt das theologische d. i. religiöse Stadium dem meta-physischen ähnlich vorausgehen, wie Hegel in seiner Encyklopädie

*) Schleiermacher, Reden über die Religion, 4. Auf!., S. 42.

**) Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Religion, I, S. 37 ff.