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Die Sprache und die sittlichen Vorstellungen.
Zeichen einer besonders häufigen Hervorhebung gerade der lobens-werthen Eigenschaften der Persönlichkeit betrachten können, dassunter allen jenen Bezeichnungen wieder der Name des Guten inder Regelmässigkeit des Mangels normaler Steigerungsformen denVorrang behauptet hat.
Der in diesen Thatsachen hervortretende Einfluss der sitt-lichen Persönlichkeit verräth sich nun nicht minder in denErscheinungen der Entwicklung und Differenzirung der einzelnensittlichen Vorstellungen. Auch hier weisen die sprachlichen Bezeich-nungen überall darauf hin, dass das Sittliche ursprünglich innig ge-bunden ist an die Person und deren Handlungen, und dass es nurlangsam von diesem Substrate sich löst, indem die Sittliehkeits-begriffe selbst eine gegenständliche Bedeutung gewinnen, so dasssie auch ohne unmittelbare Beziehung auf den concreten Inhaltsittlicher Lehenserscheinungen zu Objecten des Denkens gemachtwerden können.
2 . Die Entwicklung der sittlichen Einzelbegriffe.
a. Die Trennung der ethischen Begriffe von ihrem Substrat.
Die allmähliche Lösung der einzelnen Begriffe von dem Sub-strat sittlicher Persönlichkeiten und Handlungen, an das sie ursprüng-lich gebunden sind, ist ein Vorgang, der mit der Bildung derethischen Allgemeinhegriffe in innigstem Zusammenhänge steht. EinGesammtbegriff des Sittlichen wird ja dann erst möglich sein, wennsich dieser Process der Trennung im einzelnen bereits vollzogenhat. Darum ist die Unterscheidung der Gegensätze des Guten undBösen, die den Keim zu jenem Gesammtbegriffe in sich schliesst,ursprünglich vollständig verschmolzen mit der sinnlichen Vorstellungeiner Persönlichkeit, die durch ihre Handlungen die Bewunderungoder die Missbilligung ihrer Mitmenschen wachruft.
Gerade die persönlich gebrauchten Eigenschaftsbezeichnungenscheinen nun aber in diesem Falle in einer verliältnissmässig frühenZeit schon in die sachlich gedachten Begriffe des Guten und desBösen übergegangen zu sein, indem die Beziehung auf begehrungs-und verabscheuenswerthe Gegenstände ein Mittelglied bildete, durchdas sich der sachliche Gebrauch dieser Wörter allmählich befestigte,so dass nun der Schritt zu ihrer noch abstracteren sittlichen Ver-werthung leichter geschehen konnte. So ist das Gut, bonum, maya&öv im Sinne von Glücksgütern, bezogen also auf sinnliche Gegen-