Die geistige und die mechanische Causalität.
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sehen Sinne frei, wenn er nur der inneren Causalität folgt, dietheils durch seine ursprünglichen Anlagen theils durch die Entwick-lung seines Charakters bestimmt ist. Ein Mensch, welcher denaugenblicklichen Motiven gegenüber nicht durch diese innere Cau-salität seiner gesammten geistigen Vergangenheit determinirt wird,handelt nicht frei, sondern er ist ein Spielball der Triebe, welchedurch die jeweils im Bewusstsein anzutreffenden Motive erregt werden.In Wahrheit beseitigt also nicht die innere Determination, wohl aberdas sogenannte „liberum arbitrium“ des Willens Freiheit und Ver-antwortlichkeit. Denn da kein Handeln ohne Motive möglich ist,wie der Indeterminismus selbst anerkennt, so bleibt, wenn die Cau-salität des Charakters nicht die Entscheidung geben soll, nur derabsolute Zufall d. h. die Herrschaft irgend eines gerade im Be-wusstsein anwesenden Motives übrig. Hnd aus solchen zufälligenAntrieben soll sich schliesslich die sittliche Weltordnung zusammen-setzen, soweit diese innerhalb der Menschheit zur Erscheinung kommt!Nur eine in sittlichem Egoismus und religiösem Indifferentismus ver-sunkene oder durch theoretische Vorurtheile gänzlich missleitete Zeitkonnte in den Wahn verfallen, eine solche Anschauung nicht nurfür sittlich sondern sogar für religiös zu halten. Freilich, ein der-artiger Hekastotheismus, bei dem sich jedes Individuum selbst füreinen Gott hält, ist am Ende auch eine Religion, ungefähr in dem-:
überzeugendste Beispiel geistiger Causalität ist, und bei dem überdiesdie Reihe ursächlicher Bedingungen uns oft in einer so umfassendenVollständigkeit vorliegt, wie höchstens noch in den einfachsten Fällender Naturcausalität. Dazu bietet der Wille das besondere dar, dassbei ihm diese Einsicht in den Zusammenhang seiner Bedingungennicht etwa bei den einfachsten, sondern gerade bei den verwinkeltstenWillenshandlungen am vollständigsten ist. Bei einer einfachenTriebhandlung vermögen wir nicht über das unmittelbar im Bewusst-sein gelegene Motiv hinauszugehen; die entfernteren Ursachen ver-lieren sich hier in dem Dunkel individueller Naturbestimmtheit. Einewillkürliche That aber, die mit Vorbedacht und Ueberlegung ge-schieht, verfolgen wir unter Umständen in ihren Bedingungen bis
selben Sinne, in welchem der Egoismus ein System der Moral /ist\\'
Gewiss war es eine seltsame Füguug, dass der Streit unv/cHQCausalität gerade bei demjenigen Falle entbrennen sollte, der