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Der sittliche Wille.
von den Gefühlen abstrahiren, mit denen die Vorstellungen derselbenin uns verbunden sind, so meinen wir das nämliche auch dann nochthun zu können, wenn diese Vorstellungen lediglich als subjectiveZustände in uns in Betracht kommen. Da wir ferner mit demäusseren Object einer Vorstellung den Begriff eines beharrendenGegenstandes verbinden, so übertragen wir auch diesen Begriff wiederauf die Vorstellung in uns, der wir nun ein ähnliches von uns unab-hängiges Geben und Kommen zuschreiben wie den Gegenständenausser uns. Dieser vermeintliche Wechsel der Objecte bedarf end-lich noch eines Schauplatzes, auf welchem er vor sich geht: wirdenken uns daher einen dem äusseren Raum, in dem die Natur-ereignisse sich abspielen, analogen inneren Raum, den wir unserBewusstsein nennen. Gefühle, .Begierden und Willensregungenentbehren nun freilich ähnlicher äusserer Objecte wie die Vorstellungen.Bei ihnen verzichtet man daher von vornherein auf den Versuch,jeden einzelnen Vorgang als selbständiges Ding zu denken. Statt dessenwird dann jede Classe dieser inneren Zustände in eine Art selb-ständigen Wesens verwandelt, das in seinen Handlungen von denVorstellungen beeinflusst ist und gelegentlich seinerseits Einflüsse aufdieselben ausübt.
Alle diese Fictionen verschwinden, wenn wir, statt mit Ab-stractionen zu operiren, die von den Objecten der äusseren Wahr-nehmung entlehnt sind, vielmehr umgekehrt von der Beziehung unsererinneren Wahrnehmungen auf Aussendinge zunächst ganz und garabsehen. Dann verwandeln sich die Vorstellungen aus Gegenständenin Vorgänge, in Theilerscheinungen eines nie rastenden inneren Ge-schehens; Gefühle, Begierden und Willenshandlungen werden zu Be-standtheilen dieses Geschehens, die von den Vorstellungen thatsäch-lich niemals sich trennen lassen, und die ebenso wenig wie sieAeusserungen selbständiger Wesen oder Kräfte sind, sondern immernur als einzelne Gefühle, Begierden oder Willensregungen Wirklich-keit besitzen. Ja die Unterschiede dieser Vorgänge selbst wiedergehen ohne bestimmte Grenzen in einander über: wir nennen eineinnere Regung Gefühl, wenn das active Moment, das wir vorzugs-weise in den Begriff des Willens verlegen, zurücktritt; wir nennensie Begehren, wenn dasselbe bemerkbar wird, ohne aber unmittelbarals verändernde Kraft auf den Verlauf des inneren Geschehens einzu-wirken; wir reden von einem W T ollen, wenn sich der innere Zustandmit der Wahrnehmung der Selbstthätigkeit und der veränderndenWirkung, die jene entweder in unsern inneren Processen oder