Baco und Hobbes.
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und gar der Religion überlassen bleibe, von der philosophischenSittenlehre aus, die es allein mit der praktischen Sittlichkeit aufErden und mit den beschränkten und relativen Gütern zu thun habe,die durch dieselbe gewonnen werden. Diese praktische Sittlichkeitist nach Baco von religiösen Ueberzeugungen unabhängig: auch derAtheist kann sie sich aneignen. Die Vollendung des Menschen wirdfreilich erst erreicht, wenn die religiöse Gesinnung zur sittlichenhinzukommt und veredelnd auf diese zurückwirkt. Aber nicht mindersind die abergläubischen Verirrungen der Religion verderblich fürdie Sittlichkeit; ja der Aberglaube und der aus ihm hervorgehendereligiöse Fanatismus ist für sie gefährlicher als der Unglaube. Sovollzieht Baco den nämlichen Schritt, den in der alten Philosophieder von ihm meistgehasste unter den Philosophen, Aristoteles, gethanhatte: er scheidet völlig von einander die Gebiete des Religiösen unddes Sittlichen. Aber es ist ihm nicht sowohl wie seinem grossenVorgänger um eine Begriffsbestimmung des Guten und eine daraufgegründete Classification der Tugenden zu thun, als vielmehr umdie Aufsuchung der Quellen und Motive des Sittlichen und vor allemum die Anwendungen desselben. Denn auch hier bestellt ihm derHauptmangel der bisherigen Philosophie darin, dass sie es versäumthabe den Weg von der Erfindung zu nützlichen Anwendungen zurück-zulegen. Als die Quelle des Sittlichen bezeichnet aber Baco diejedem Menschen innewohnende „Lux naturalis“, das natürliche Sitten-gesetz, über dessen Ursprung er übrigens keine weitere Rechenschaftgibt, so dass dahingestellt bleibt, ob er darunter ein angeborenesVermögen oder eine erst durch die Erfahrung entstandene Einsichtversteht. In dieser Beziehung sind bei Baco die beiden gegensätz-lichen Richtungen, die sich später in der englischen Ethik entwickelnsollten, noch ungeschieden. Dagegen ist ihm die Beurtheilung derverschiedenen Formen des sittlich Guten ganz und gar eine Sacheder Erfahrung, so dass er auch die massgebenden Unterscheidungenaus den realen Verhältnissen des menschlichen Lebens zu entnehmensucht. Hier ergibt sich ihm nun, dass das Gute unter allen Um-ständen mit dem Nützlichen zusammenfällt. Das Nützliche hataber wieder einen doppelten Zweck: das Ein'zelwohl und dasGesammtwohl. Das Einzelwohl besteht in der Befriedigung derindividuellen natürlichen Triebe, der Selbsterhaltung, der Selbst-vervollkommnung und der Fortpflanzung. Das Gesammtwohl beruhtauf der Befriedigung der Bedürfnisse, die durch die Verhältnisseder menschlichen Gattung bestimmt werden, und durch die jedem