Die Methoden der Ethik.
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gänzt hier die ethische Betrachtung den metaphysischen Theil derNaturwissenschaft, der in einem völlig analogen Verhältnisse zu derempirischen Untersuchung der Naturerscheinungen steht. In dienatürliche und in die sittliche Weltordnung zerlegt sich uns derBegriff der Weltordnung überhaupt. Indem die Metaphysik dieethische wie die naturwissenschaftliche Betrachtung voraussetzt, wirdes zugleich ihre Aufgabe, jene beiden Formen der Weltordnung ineine innere Uebereinstimmung zu bringen und auf diese Weise eineWeltanschauung zu begründen, welche den Bedürfnissen unserestheoretischen Erkennens und den Forderungen unseres sittlichenBewusstseins gleichmässig gerecht wird.
Obgleich aber die empirische und die speculative Methode indie Bearbeitung der ethischen Probleme sich theilen, so darf nunderen Verhältniss doch nicht so aufgefasst werden, als handle essich hier um gänzlich von einander verschiedene Formen des Denkens.Mit Rücksicht auf die letzteren bilden vielmehr beide nur die sichergänzenden Bestandtheile eines und desselben Verfahrens. Es gibtkeine andern Methoden als solche, die von der Verarbeitung derErfahrung ausgehen, und keine, die nicht ausschliesslich von denallgemeingültigen logischen Principien Gebrauch machen. Nicht aufdas logische Verfahren selbst gründet sich daher der Unter-schied, sondern lediglich auf die Begriffe, mit denen das Denkenoperirt. Die Herrschaft der empirischen Methode reicht so weit, alsdiese Begriffe unmittelbare Abstractionen und Inductionen aus derErfahrung sind. Die Speculation dagegen beginnt, sobald hypo-thetische Elemente in die Begriffsbildung eingehen, die nicht derErfahrung entnommen, sondern ihr unter dem Einfluss der Einheits-bedürfnisse unseres Denkens hinzugefügt werden. In diesem Sinneist die speculative Methode so wenig wie irgend eine andere spe-cifisch philosophischer Art, sondern ihre Anwendung beginnt bereitsin den Einzelwissenschaften, um dann in den principiellen Theilender Philosophie, und so namentlich auch in der Ethik, nochmalsgeübt zu werden. Dies geschieht aber in keiner der Philosophiespecifisch eigenthümlichen Weise, sondern nur mit umfassendererRücksichtnahme auf die mannigfaltigen Erfahrungsgrundlagen unseresWissens.
3. Die Aufgaben der Ethik.
Obgleich die Ethik als Normwissenschaft der Logik nicht nurverwandt, sondern in gewissem Sinne sogar übergeordnet ist, so