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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
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Die Methoden der Ethik.

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bedürfen. Je mehr diese letzteren selbst schon in ethischem Inter-esse verwertliet sind, um so leichter wird es dann geschehen, dassdie Ethiker verschiedener Richtung, statt mit einander im Kampfezu liegen, sich zu gemeinsamer erfolgreicher Arbeit verbinden.

Was hier für die einzelnen Verzweigungen der empirischenBetrachtung gilt, das findet nun aber in gewisser Beziehung sogarauf das Verhältniss derselben zur speculativen Ethik seine An-wendung. Selbst wenn nämlich alle jene Thatsachen, die unssubjective und objective Erfahrung zur Verfügung stellen, er-schöpfend berücksichtigt sind, so ist damit doch an sich die wissen-schaftliche Aufgabe der Ethik noch nicht erledigt. Denn diese Auf-gabe besteht in der Feststellung der Principien, auf welche die sitt-lichen Thatsachen zurückgeführt, oder als deren besondere, durchdas Zusammentreffen mit gewissen äusseren Bedingungen bestimmteAnwendungen sie betrachtet werden können. Nun glauben frei-lich zumeist die Vertreter der empirischen Methode, mittelst derletzteren selbst jene Principien finden zu können, indem sie es alsausgemacht annehmen, dass dieselben psychologischer Art,also durch die unmittelbare innere Erfahrung zu ermitteln seien.So kommt es, dass die subjective empirische Methode stets einUebergewicht über die objective behauptet hat, da hei der Beant-wortung der ethischen Grundprobleme schliesslich ihr allein die ent-scheidende Stimme zukam.

Aber so selbstverständlich es ist, dass die objectiven That-sachen des sittlichen Lebens zunächst einer psychologischen Prüfungzu unterwerfen und, so weit dies geschehen kann, psychologisch zuerklären sind, so wird doch die ganze sittliche Welt in eine ein-seitige Beleuchtung gerückt, wenn man ihr sofort mit der Voraus-setzung gegenübertritt, dass alle ihre Erscheinungen aus den Bedin-gungen des subjeetiven Bewusstseins zu begreifen seien. Es istdenkbar, dass sich dies als Resultat der -Untersuchung herausstellt;es ist aber unzulässig, ein mögliches Resultat als ein Axiom anzusehen,welches man von vornherein der Erwägung eines jeden sittlichenThatbestandes entgegenbringt. Auch der Einwand, dass die Un-gültigkeit dieser Voraussetzung durch den Widerspruch mit denThatsachen sich erweisen müsste, bildet keine Rechtfertigung für dieVoreiligkeit des Verfahrens. Denn wenn überhaupt vorgefassteMeinungen schwer durch Erfahrung zu widerlegen sind, so ist esfast unmöglich, dass im voraus angenommene Axiome auf diesemWege beseitigt werden. Wo je eimal ein unlösbarer Widerspruch