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Ethik : eine Untersuchung der Thatsachen und Gesetze des sittlichen Lebens
Entstehung
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Einleitung.

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Wie aber immer das Yerhältniss dieser beiden Arten von Rechts-normen zu einander sein möge, jedenfalls gestehen wir den letzt-genannten, die auf bestimmten ethischen Normen beruhen, alleineinen allgemeingültigen Werth zu.

Entsprechend, nur vermöge der vielseitigen Beziehungen desGebietes verwickelter, gestalten sich die Bedingungen bei derAesthetik. Auch hier sondert sich zunächst, wie bei dem Rechte,ein Vergänglicheres, von historischen Einflüssen der Mode und SitteAbhängiges, von einem Bleibenderen, dem wir geneigt sind einenabsoluten Werth beizumessen. Aber den vielverzweigten Wurzelndes ästhetischen Gefühls gemäss scheiden sich dann diese Regeln, dieallein die Bedeutung eigentlicher Normen besitzen, wieder nach zweiRichtungen, die freilich bei der einzelnen Anwendung auf das innigstesich verweben. Auf der einen Seite ist das ästhetische Wohlgefallen ge-bunden an gewisse Principien der Zweckmässigkeit, in deren Auf-findung und Anwendung sich unser logisches Denken bethätigt.Auf der andern Seite und daraus entspringt vor allem der Ein-fluss des Aesthetischen auf das Gefühlsleben erweckt das Schönedie mannigfachsten Formen ethischer Affecte, auf deren Spannungund Lösung alle höheren Formen ästhetischer Wirkung beruhen.

So erweisen sich Logik und Ethik schliesslich als die eigent-lichen Normwissenschaften. Alle übrigen haben von der einenoder andern oder von beiden zusammen ihren normativen Charakterentlehnt. Dabei kann es dann leicht geschehen, dass sie den Be-griff der Norm auch auf solche Regeln übertragen, die an sich einenderartigen Werth nicht besitzen, sondern nur in Folge ihrer Ver-bindung mit den wirklichen logischen und ethischen Normen in derBeurtheilung mit diesen zusammenfliessen. Alle jene einzelnen Ge-biete sind daher auch in dem Sinne den beiden allgemeinen Norm-wissenschaften untergeordnet, als der Werth und die Allgemein-gültigkeit der specielleren Normen stets nach ihrer Uebereinstimmungmit den logischen und ethischen Principien sich richtet.

In dieser Bedeutung regulativer Disciplinen erstrecken sichLogik und Ethik über den gesummten Umfang unseres Erkennens.Die Logik bildet die normative Basis der theoretischen, die Ethikdiejenige der praktischen Wissenschaften. Theoretisch ist aberdie wissenschaftliche Untersuchung überall da, wo es sich um dieErforschung des thatsächlichen Zusammenhangs des Gegebenen han-delt; praktisch nennen wir sie, sobald sie sich mit menschlichenWillkürhandlungen und den geistigen Schöpfungen, die aus solchen