Druckschrift 
Pracktisches Kochbuch für die gewöhnliche und feinere Küche : zuverlässige u. selbstgeprüfte Recepte ... ; mit e. Anh., enth. Arrangements zu kleinen u. größeren Gesellschaften
Entstehung
Seite
372
Einzelbild herunterladen
 

Z72 Getränke und Liqueure.

Anmcrk. Der Waldmeister gewinnt sehr an Aroma, wenn er vordem Gebrauch einige Tage in einer ganz saubern, verschlos.senen Schachtel bewahrt worden ist.

23. Ein sehr guter Johannisbeer- und Stachelbeerwein.

Man nimmt zu einem Anker Wein 50 Pfund vollkommenreifer Trauben, welche mit den Stielen ausgepreßt werden. Inder Regel liefern diese 12 Maß reinen Saft; sollte man abernicht so viel erhalten, so muß man noch Trauben auspressen.Hierzu fügt man 24 Pfund Raffinade, die man vorher inWasser auflöst, oder besser in kleine Stucke zerschlägt, daß siedurchs Spundloch ins Faß geworfen werden können. Alsdannfüllt man zu dem Saft und Zucker das Faß, welches ganzrein fein muß, mit Wasser voll und legt es offen in den Kel-ler auf ein Gestell, damit sowohl die Gährung ablaufen, alsauch später das Abzapfen bequemer vorgenommen werden könne.In 8 14 Tagen fängt die Gährung erst recht an. In die-ser Zeit muß man den Zucker, der sich theilweise gesenkt hat,einige Mal mit einem.abgeschabten Stock umrühren und nichtversäumen, jede» Morgen den Schaum rein vom Spund-loch wegzunehmen und das Faß wieder mit Wasser nachzu-füllen. Oft fängt der Wein auch früher zu gähren an, esist deßhalb nöthig, gleich in den ersten Tagen darnach zu sehen.Wenn keine Bewegung mehr im Fasse und die Gährung ganzvorüber ist, welches oft über S Wochen dauert, verschließt mandasselbe, indem man den mit einem reinen Lappen umwickel-ten Spund so fest in das Spundloch einschlägt, daß die äu-ßere Lnst nicht mehr eindringen kann. Auch ist noch dabeizu bemerken, daß vorher, ehe der Saft ins Faß geschüttet wird,4 Zoll über der Oeffnung, worin der Krahnen gesteckt wird,noch ein Loch gebohrt werden muß, aus welchen zunächst derWein abgezogen wird, und nachher, wenn er nicht mehr fließt,bedient man sich der untersten Krahnenöffnnng, damit derselberecht klar bleibe. Jedoch müssen beide Oeffnungen vom Faß-binder zugemacht werden, weil sonst durch die Stärke des Weinsdie Korke herausfliegen würden.

So läßt man den Wein bis Ende März ruhig liegen. In-deß ist es rathsam, damit keine Erplosion erfolge, währenddieser Zeit das durch ein zugespitztes Hölzchen verschlossene Zwick-loch alle 4 6 Wochen einige Minuten lang zu lüften; eine