verschiedener Früchte und Gewächse. 345
stechen lassen. Dann ans einem Durchschlag abgetröpselt, rech-net man auf 1 Pfund derselben 3/j Pfund Zucker, den manmit 2 Obertassen voll Franzbranntwein zu einem klaren Sy-rup kocht. Unterdeß sticht man Stückchen Zitronenschale undZiminet in die Mispeln und gießt den Zucker heiß auf die-selben. Am nächsten Tage kocht man den Saft wieder auf,gießt ihn ebenfalls heiß auf die Früchte und kocht solche amdritten Tage im Saft vollends weich, füllt sie in Gläser, läßtdie Brühe nachkochen und gibt sie über die Früchte. Dannnach 8. Nro. I aufbewahrt.
48. Gelbe Möhren (Wurzeln).
Nachdem die Möhren gereinigt, nimmt man das Herz her-aus, schneidet sie in feine Streifchen, kocht sie in Wasser ganzweich und legt sie zum Abtröpfeln auf ein Tuch. Dann nimmtman zu t Pfund derselben ^ Pfund Zucker, läutert ihn, gibtden durchgesiebten Saft von 2 — 3 Zitronen hinein, nebst denMöhren und der Schale dieser Zitronen, die man aber vorherin Wasser weich gekocht und gleich den Möhren geschnittenhaben muß und läßt es so lange kochen, bis man noch Saftgenug hat, sie zu bedecken. Dann wie gewöhnlich aufbewahrt.
49. Stachelbeeren, Kirschen und Heidelbeeren ohneZucker.
Die Stachelbeeren müssen nur halb reif, von Stiel undBlume befreit sein, doch so, daß dieselben nicht verletzt wer-den, weil sie sonst verderben. Kirschen nimmt man reif, ohneStiele. Aus den Heidelbeeren sucht man die unreifen, schlech-ten Beeren und grünen Blättchen und füllt dann jede Artdieser Früchte in wohl gereinigte, trockene Weinflaschen, dieeine weite Oeffnung haben, indem man dieselben oft schüttelt,damit das Obst zusammenfalle. Dann setzt man sie in einenKessel zwischen Heu und mit Heu umwickelt, dicht neben ein-ander, gießt so viel kaltes Wasser in denselben, daß die Fla-schcn bis an den Hals in Wasser stehen, läßt sie auf gelin-dem Feuer zum Kochen kommen und dann in dem Kessel völligkalt werden. Ist dies geschehen, verpfropft und versiegelt mansie und legt sie im Keller der Länge nach in Stand.
Im Winter kocht man diese Früchte mit Zucker wie frische.