Getränke und Liqueure. 365
durch das Hervortreten der öligen Theile entsteht, muss erschnell in ein bereit stehendes Geschirr geschüttet werden, weiler sonst das Feine verliert und schwächlichen Personen nichtgut bekommen soll. Als Surrogat, um den Kaffee bedeutendzu verstärken, kann man ihn mit Zucker brennen, wodurch erkeinen unangenehme» Geschmack erhalt. Man nimmt zu 1Pfund Kaffee 4 Loth guten Farin (Puderzucker), der abererst dann hinzugegeben wird, wenn der Kaffee beinahe denrichtigen Grad des Brennens erreicht hat. Er wird dann nocheine kleine Weile gebrannt, bis die Kaffeebohnen nicht mehrnaß sind und glasirt aussehe», zu dunkel darf er ja nicht wer-den. Alsdann schüttet man ihn schnell aus und rührt ihn,weil er sich sonst zu einer harten Masse zusammensetzen würde.
2. Kaffee als Getränk.
Die Kanne mnß vorher mit kochendem Wasser ganz heißgemacht werden, ehe man den Kaffee, der nicht lange vorhergemahlen und nicht offen stehen muß, hineingibt. (Man rech-net zu einem starken Kaffee ü Person ein Loth, bei einer grö-ßern Gesellschaft gebraucht ma» weniger). Dann schüttet mandie nöthige Quantität kochendes Wasser gleich hinzn, einigeTassen heraus und wieder in die Kanne nnd stellt solche einigeMinuten auf eine heiße Platte, damit er ziehe oder ein Malaufwalle. Hat sich der Kaffee gesenkt und ist er klar, so kannman ihn in eine andere heißgemachte Kanne abgießen. Har-tes Wasser macht den Kaffee wohlschmeckender, als weiches.
Zugleich muß man aber auch für gute Milch sorgen, weilschlechte Milch einen guten Kaffee verdirbt. Am besten ist na-türlich Sahne, nach Belieben roh oder gekocht. Hat man dieseindeß nicht und mag nicht gern settgekochte Milch nehmen, weilManche die Haut scheuen, so kann man sich ans folgende Weisehelfen: man setzt frische Milch auf ein rasches Feuer und rührtsie beständig, bis ne kochr, dann rührt man nach Portion derMilch l—3 ganz frische Eidotter mit einigen Tropfen kaltemWasser, gibt von der kochenden Milch allgemach dazu uudrührt dies dauu eben durch, indem man die Milch schnell vomFeuer nimmt und noch eine kleine Weile rührt; damit sichkeine Haut bilde. Der Kaffee bekommt durch diese Milch einenangenehmen Geschmack.