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Die Wahl und Krönung der deutschen Kaiser zu Frankfurt am Main
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Güter der verstorbenen geistlichen Personen anspreche, ab-schaffe. Ohle n Schlager a. a. 0. S. 29.

Eine eigentliche Wahlkapitulation, deren Eingang mit dervon Karl V. beinahe gleichlautend ist, finden wir bei der Er-wählung Ruprechts von der Pfalz im Jahr 1400, Der König ver-spricht den Kurfürsten, ihre Privilegien zu bestätigen, dem zer-rütteten Kirchenstand abzuhelfen, Mailand wieder an das Reichzu bringen, desgleichen Brabant, wenn der Herzog Johann ohneKinder sterbe, die von K. Wenzel angelegten Zölle abzuschaffenund das Reich zu schützen; dagegen versprechen die Kurfür-sten, ihn gegen jeden wegen der kaiserlichen Würde zu ver-theidigen. Obrechli apparatus Iur. Publ. p. 71, Lünig deut-sches Reichsarchiv Part, general. Cont. II. pag. 28.

Seit der Regierung K. Karl Y. wurden allen römischenKaisern, bis zum letzten Franz II., ohne Ausnahme Wahlkapitu-lationen vorgelegt. Von diesem Karl, dem Regenten vieler Kö-nigreiche und Länder, der die ausgebreitetste Monarchie besass,wie sie kein europäischer Regent seit Karl dem Grossen mehrin einer Hand vereinigte hatte, mochten die Kurfürsten nichtmit Unrecht fürchten, dass er ihre Vorrechte einschränkenkönnte. Noch bei Lebzeiten seines Grossvaters Maximilian I.,im Jahr 1518, als Karl zum römischen König gewählt werdensollte und bei dieser Gelegenheit Verhandlungen statt fanden,wurde schon von Erfüllung gewisser Bedingungen gesprochen,welche wir aus der Urkunde in Gudenus Cod. dipl. IV. pag.603 kennen. Als aber kurz nachher Karl zum Thron gelangte,und die Fürsten von seiner übergrossen Macht einen nachthei-ligen Einfluss auf ihre eigne Selbstständigkeit befürchteten, alsnoch dazu Streitigkeiten wegen der Besetzung des deutschenKönigsthrons entstanden *), wurden solche von den Kurfürstendahin beigelegt, dass Karl eine Kapitulation wegen der Reichs-regierung unterzeichnen sollte. Dieses geschah auch am 3. Juli1519, worauf er einstimmig zum deutschen König gewählt wurde.

') Die hei der Wahl Karls V. stattgehabten Intriguen beschreibt gründlich:JJr. tanz Acten und Briefe zur Geschichte Kaiser Karls V. in: Slonu-inenta Ilabsburgica, zweite Abtheilung. 1857. S. 213.