A. Bildnisse der Wahl und Krönung KönigHeinrichs VII.
Nach dem Tode K. Albcrts I. blieb die Wahl eines Nach-folgers längere Zeit in der Schwebe. Am eifrigsten bewarbsieb König Philipp von Frankreich um die deutsche Krone fürseinen Bruder Karl von Yalois, und es war kein Zweifel, dassbeim Gelingen dieses Planes das Reich unter die BotmässigkeitFrankreichs gekommen wäre. Deshalb beeilten sich die Kur-fürsten, den Thron wieder zu besetzen und durch des KardinalPrato Bemühungen wurde wegen seiner Tapferkeit und aufBetreiben seines Bruders Balduin, der kürzlich Erzbischof vonTrier geworden war, Heinrich, Graf von Luxemburg, am 27.November 1308 in dem Predigerkloster zu Frankfurt zum deut-schen König gewählt. Eben dieser sein Bruder, der kunstlie-bende, gelehrte und reiche Erzbischof Balduin von Trier, Hessdie hervortretenden Begebenheiten ans seinem und K. Hein-richs Leben in Bildern entwerfen, um die Wände seines Pala-stes in Trier damit zu schmücken. Ob jedoch diese Wandge-mälde je ausgeführt waren, oder ob sie wieder verschwundensind, bleibt ungewiss; jedoch sind die Entwürfe hierzu vor-handen in einem prachtvollen Pergament-Codex, den der KurfürstBalduin 1353 Zusammentragen liess, in welchem alle Urkundendes Erzstifts Trier aufgenommen sind. Diesem Codex, Balduineumgenannt, der sich in dem Provinzialarchiv zu Coblenz befindet, sind37 Blätter in Folio, mit 73 Bilder aus dem Leben K. Heinrichs Y1I.und des Erzbischofs Balduin vorgebunden; das Titelblatt ent-hält ein Bild, die übrigen 36 Blätter jedes zwei, die durcheinen Querstrich in der Mitte des Blattes getrennt und durch