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Die Wahl und Krönung der deutschen Kaiser zu Frankfurt am Main
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lichten den Abend, Lobreden beurkundeten den lauten Jubel, dendas Volk nahm für Deutschland glückverkündendes Ereigniss,dass die Königskrone einem Würdigen aufgesetzt wurde, dasReich zu seiner Stärkung ein Oberhaupt erhielt, und dass demVolke Heil und Gerechtigkeit würde *).

Kapitel XVI.

Huldigung.

Der 16. Juli 1792 war der von dem letzten deutschen Kai-ser zur Huldigung des Stadtraths und der Bürgerschaft be-stimmte Tag. Dem Reichsvicekanzler wurde ein Verzeichniss derwegen Abwesenheit, Alter oder Unpässlichkeit an persönlicherDarbringung ihrer Huldigung verhinderten Bürger zugestellt.Morgens zwischen 7 und 8 Uhr ertönte die Sturmglocke zurVersammlung. Der Rath, die Syndiker, der Kanzleirath und derRathschreiber erschienen in solenner Rathstracht mit Mantel,Umschlag und Degen in dem Kaisersaal, wo der Kaiser ent-blössten Hauptes und das blosse Schwert in der Hand haltendauf dem Thron sass, zu dessen Seiten der Reichserbmarschallund der Reichs-Vicekanzler, nebst Hofbeamten standen. Nachder kniend von einem Sydikus gehaltenen Anrede und Bitteum Erneuerung und Bestätigung der Privilegien der Stadt,welche der Reichs-Vicekanzler im Namen des Kaisers zusagte,verlas ein Reichsreferendarius die Huldigungsformel, woraufder Reichs-Vicekanzler den Rath fragte:Haben Sie wohl ver-standen, was Ihnen jetzt vorgehalten worden? worauf vom

*) Iffland verfasste fiir diese Krönung ein eigenes Theaterstück:DerEichenkranz und dedicirte es dem Stadtrath, wofür er sechs Krömmgs-dukaten erhielt.