einmal nach dem Tode Leopold II. schrieb Kurmainz den neuenWahltag fest auf den 3. Juli 1792 aus, stellte aber zugleichdurch vertraute Mittheilung an die Kurhöfe den Antrag, ob manin Rücksicht auf die französischen Revolutions-Umstände sichnicht früher, allenfalls schon den 4 . oder doch den 15. Juniversammeln sollte, was die Kurhöfe einhellig bewilligten.
Das Nationalinteresse Deutschlands halte cs erfordert, bei derWahl eines Reichs-Oberhauptes bei dem hohen Haus Habsburg zuverbleiben. Doch haben wenige Fürsten des Reichs diese Gesin-nung mit solcher Entschiedenheit kund gegeben, als der KurfürstFriedrich Wilhelm von Brandenburg bei der Wahl LeopoldJ^SeinAuftreten war dabei so massgebend, dass man auch in der Folgevon diesen Grundsätzen nicht mehr abging. Der Kurfürst von Köln,ins französische Interesse verflochten, und andere Kurfürsten, durchSchweden und Savoyen geleitet, bezeigten sich damals gegenOesterreich abgeneigt; dagegen stellte Kurbrandenburg — nachPuffendorf de reb. gest. Fried. Wilh.YlI. §. 28 u. 33 — vor: „essei’e Deutschland weit mehr mit einem reichen und mächtigenOberhaupt, als mit einem hungrigen Prinzen gedient, der sichvom Reiche bereichern wolle. Von einem sclvwachen Kaiserhabe die Freiheit der Stände weit mehr als von einem mäch-tigen zu befürchten, da der Erstere zur Erreichung seinerAbsichten allemal viel hitziger zu Werke gehen werde. Vorallen Dingen sei darauf zu sehen, Friede im Reich und Einig-keit unter den beiderseitigen Religions - Verwandten zu erhalten.Da man nun einen katholischen Kaiser haben müsse, und aller-seits bekannt sei’e, was A'or Eigenschaften man A 7 on einemKaiser verlange, so müssten in Wahrheit sehr erhebliche Gründeund augenscheinliche Vortheile vorhanden sein, wenn manvon der Familie, deren Beherrschung Deutschlandschon so lange ge\\ T ohnt sei’e, ab gehen wolle. DieGebrechen des Staats seien bisher nicht von derMacht des Hauses Oesterreich, sondern von derUneinigkeit der Stände entstanden. Wenn diese untersich einig seien, und des Unterschieds der Religionen unge-achtet das wahre Beste des Vaterlands vor Augen hätten, und