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Die Wahl und Krönung der deutschen Kaiser zu Frankfurt am Main
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war diese ihre doniinirende politische Stellung ins Leben getreten,die übrigens erst durch die Goldene Bulle Gesetzeskraft erhielt*).

Dieselbe bestimmte im Cap. YII, §. 2:Ls ist überhaupt allent-1 halben offenbar und fast weltkundig, dass die durchlauchtigstenFürsten, der König in Böhmen, wie auch der Pfalzgraf amRhein, der Herzog zu Sachsen und der Markgraf zu Branden-burg, kraft ihres Königreiches und Fiirstenthümern, in Wahleines römischen Königs und zukünftigen Kaisers mit denenübrigen geistlichen Fürsten ihren Mit-Kurfürsten das Recht,

Stimme und Stand haben und mit diesen wahre und recht-mässige Kurfürsten des heiligen Reichs sein und dafür ge-halten werden sollen. Diese sieben Kurfürsten, welche zuFrankfurt die Königswahl vornehmen sollten, benennt uns auchder Schwabenspiegel im cap. CXIII. Viele Handschriften habenbei der vierten Stimme statt des Königs von Böhmen denHerzog von Baiern, welches unstreitig von dem zwischenbeiden entstandenen Streit herrührt und zur Bestimmung derZeit, in welcher die Handschrift des Schwabenspiegels gefertigtwurde, in Betracht zu ziehen ist, Diesen Streit zwischenBöhmen und Baiern entschied K, Rudolf 1275 und werden hierdie Kurfürsten in der Zahl von sieben septem principumjus in electione regis Romani habentium nuinerus zum ^

erstenmalegenannt. Ohlenschlager, Gold.Bulle,UrkundenbuchS. 38. Es waren die sieben Kurfürsten, die jedesmaligen Erz-bischöfe von Mainz, Trier und Köln, und die vier weltlichen:

Der regierende König_von Böhmen, die regierende Kurlinie aus

der Familie der Herzoge von Sachsen, Markgräflich Meiss- 5

nischen Stammes, an welchen die Kur mit dem sogenannten

Wittenbergischen Kreise gekommen war; der Regierende vonder Kurlinie aus der Familie der Markgrafen von Brandenburg,als Besitzer der sämmtlichen Marken und BrandenburgischenLanden; endlich die Kurpfalz. Da jedoch Kurfürst Friedrich V.

*) Auch über den Ursprung der Kurfürstenwürde herrschen unter denGelehrten verschiedene Meinungen, welche Peftingeri Vitriario illnstrnloTom. I. pag. 1031 mittheilt.