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für das zurückgegebene Herzogthum Baiern erthciltc. Ohlen-schlager Goldene Bulle, Urkundenbuch S. 24. Auch machteFriedrich I. 1184 auf dem Reichstage zu Mainz mit den Erzhof-ämtern eine Hauptveränderung, indem das Erzschenkenamt vonBaiern auf Böhmen, das Erzkämmereramt von Schwaben aufBrandenburg übertragen wurde; das Erztruchsessamt blieb demvornehmsten weltlichen Fürsten in Franken, dem Pfalzgrafen,und das Erzmarschallamt den Sachsen, wie denn diese Ein-richtung bis in die letzte Zeit fortgedauert hat. Schmidt in derGeschichte der Deutschen, Ulm 1779. III, S. 159, erinnert daran,dass man die Kaiserwahlen nach Analogie der Papstwahleneingerichtet habe, damit das weltliche Oberhaupt der Christen-heit etwa auf die nämliche Art erwählt würde, wie das Ober-haupt der Kirche. Die Hauptentscheidung lag hierbei in denHänden der Kardinalbischöfe, die Amtshalber bei der Papstwahlerscheinen mussten, um an dem Neugewählten die Consecrationzu verrichten. Sie hielten auch unter sich ihre Yorberath-schlagungen, zu denen man hernach den übrigen Klerus be-rief, um seine Einwilligung zu fordern. Das Volk gab zuletztdie seinige durch ein frohes Zujauchzen zu erkennen. Wennman zur Vergleichung die Wahl Friedrichs I. dagegen hält, sofindet man ungemein viel Aehnlichkeit. Die vornehmsten Fürstenhielten unter sich ihre besondern Berathschlagungen, die übrigenFürsten „verlangten den Friedrich zum Kaiser“, wie sich Ottovon Freysingen ausdrückt, oder „gaben ihre Einstimmung“, wiees der Abt Wilibald von Corvey nennt, das Volk „bezeugte seinWohlgefallen. Das Endurtheil sprachen die Ersteren aus.“ Erstbei Richard von Cornwallis 1257 unterblieb eine solche Vor-wahl oder Besprechung mit den übrigen Fürsten; die siebenKurfürsten nahmen die Wahl allein vor.
In dem grossen Interregnum, in welchem so viele wichtige Ver-änderungen eintraten und neue Rechtsanschauungen sich geltend zumachen suchen, in dieser Epoche grosser innerer Umgestaltungenbildete sich das siebenköpfige kurfürstliche Collegium vollstän-dig aus. Durch zufällige Umstände begünstigt und erstarkt durchden Antagonismus der Fürsten gegen die kaiserliche Obermacht,