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Die Wahl und Krönung der deutschen Kaiser zu Frankfurt am Main
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Fürst, welchem Lothringen zufiel, auch Italien mit dem Kaiser-thum bekam, lieber dieses römisch-italienische Kaiserthum ent-stand Streit zwischen denjenigen Karolingern, die sich in Loth-ringen getheilt hatten, bis es endlich mit dem Königreich Deutsch-land verbunden wurde. Diese unnatürliche Verbindung erregtefortan viele Streitigkeiten zwischen den Italienern und denDeutschen über die Oberherrschaft in Italien und die Kaiserwürde;es fragte sich, ob beide Länder zusammen vereint unter einerKrone stehen und welches das Hauptland sein sollte. Von der Er-ledigung dieser letzten Frage hing es ab, ob der deutsche Kö-nig als solcher ohne AVeiteres auch als Kaiser von Rom undItalien gelten müsse, und wenn dies der Fall, ob er dieses Ho-heitsrecht dann schon durch seine AA r ahl als König der Frankengewinne, oder ob er es nicht vielmehr erst durch eine eigenekaiserliche Krönung gleichsam erwerben müsse. Diese Fragewurde verschiedentlich zu lösen versucht. Daher rühren z. B.die öfter vorkommenden dreifachen Krönungen, die deutsche zuAachen, die lombardische zu Mailand und die römische zu Rom.Beim Erlöschen des Karolingischen Stammes und da die erstendeutschen AVahlkönige Konrad I. und Heinrich I. auf die Kaiser-würde keine Ansprüche erhoben, fing das römisch-deutscheKaiserthum zu wanken an, und Italien that Schritte, sich selbereigene Könige wählen zu wollen, bis endlich Otto der Grossedurch seine italienischen Kriege das römisch - deutsche Kaiser-thum wieder herstellte und 962 zu Rom vom Papst Johann alsKaiser sich krönen liess. Seitdem blieb mehrere Jahrhundertehindurch die Oberherrschaft über Italien an das deutsche Kö-nigreich geknüpft, ein Aerhältniss, welches durch Herkommenund stillschweigende Anerkennung der Italiener gebilligt zu wer-den schien. Durch das zwischenzeitlich aufgekommene frei-städtische Gemeinwesen in Italien und durch das Widerstrebeneinzelner Päpste blieb nachgerade von dem römisch-deutschenKaiserthum nichts mehr übrig, als der Name. Um aber diesen Na-men, diese AVürde, die eine Fülle nicht praktisch-politischer Macht-stellung, aber poetisch-phantasiereichen Glanzes in sich schloss,zu erwerben, musste die Krönung zu Rom durch die Hönde des

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