vom Papst Hadrian zum Patricier von Korn geweiht, mit demRechte, alle Gewalt über Rom und den Papst zu haben. Durchdiese Würde war Karl weltlicher Gebieter der ewigen Stadt;Italien besass er in Folge der vorausgegangenen Eroberung.Hadrians Nachfolger, Papst Leo, von dem römischen Volke ge-hasst und verfolgt, rief später den Frankenkönig, seinen Gebieter,zu Hülfe, welcher sich im Jahre 800 zum zweitenmal nach Rombegab. Als Karl am ersten Weihnachtslag die St. Peterskirchebetrat und vor dem Altar, um zu beten, niederkniete, setztePapst Leo ihm eine goldene Krone auf das Haupt, und das rö-mische Volk rief: „dem von Gott gekrönten Allerdurclilauchtig-sten Carol, dem grossen und glücklichen Kaiser der Römer,verleihe Gott langes Leben und viele Siege.“ Papst Leo erwieshierauf dem Gekrönten die dcmüthigsle ceremoniöse Verehrung(adoratio) ; Karl selber nannte sich von dieser Zeit an nichtmehr Patricius, sondern Imperator Romanorum. Struvii histor.germ. cap. VII. §. 32. Dem Namen nac h betrachteten sich allerdingsdie griechischen Kaiser in Ost-Rom als die legitimen Erben Ita-liens und des weströmischen Reichs, in der That aber warendiese Erbansprüche damals in der öffentlichen Meinung vollstän-dig erloschen. Somit wurde denn Karl der Grosse als gekrön-ter römischer Kaiser der Stifter eines neuen römisch - fränki-schen Kaiserthums, welches er auf seine Nachkommen forterbte;quia Deus omnipotens has omnes sedes in potestatem ejusconcessit, ideo justum eis videbatur, ut ipse — ipsum nomenhaberet. Annales Lambec. ad a. 801. Der neue römisch-fränki-sche Kaiser betrachtete sich als den Oberherrn der Christenheit;er erkannte es an, dass die Kaiserwürde von Gott durch Ver-mittelung der Geistlichkeit ertheilt sei. So ward Rom aufs Neuedie Hauptstadt der Welt; der König der Franken, im Besitz die-ser Stadt, war zugleich ein römisch-fränkischer Kaiser, nichtaber ohne die Herrschaft über die Stadt Rom. Eine Vervielfäl-tigung der Kaiserwürde unter mehrere Personen war also ebenso wohl undenkbar. Und doch wird schon unter Karls Enkeldie römisch-fränkische Monarchie in drei Theile getheilt, undentstand ein römisch-lothringisches Kaiserthum, da derjenige
Druckschrift
Die Wahl und Krönung der deutschen Kaiser zu Frankfurt am Main
Entstehung
Seite
2
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten